Geboren in Klagenfurt und aufgewachsen in Graz, hat einige Jahre an Universitäten und Fachhochschulen gearbeitet, bevor sie sich als Lektorin und Autorin selbstständig gemacht hat. Sie hat mehrere Romane veröffentlicht und ist in verschiedenen Literaturzeitschriften und Anthologien mit Prosa- und Lyrikbeiträgen vertreten. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Burgenland.
geb. 1947 in Wien; Studium der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft in Wien; seit Anfang der 70er Jahre freier Schriftsteller (Gedichte, Reportagen, Erzählungen und Romane) und Galerist; Herausgeber verschiedener Zeitschriften und Reihen; Mitbegründer der Ö.D.A. Redakteur der Literaturzeitschrift ›Podium‹ (1992 bis 1999) und ›Das Gedicht‹ (1999 bis 2002). Obmann des Literaturvereins ›podium‹. Zahlreiche Auszeichnungen.
geb. 1951, Studium der Russistik und Anglistik in Wien, wohnhaft im Burgenland, pensionierte Gymnasiallehrerin, Schulbuchautorin, schreibt Lyrik, Essays und Kurzgeschichten für Zeitschriften und Anthologien, diverse Einzelpublikationen und Preise.
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1. Preis beim Essaywettbewerb des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt mit dem Essay „Nicht Arbeit, sondern Müßiggang“, Gewinnerin des 10. Bad Godesberger Literaturpreises 2020 mit dem Text „Schon welkt dein Herbst dem Alter zu“, Preisträgerin der Ausschreibung Poets of the New World von Philipp Spiering mit dem Gedicht „Sommernacht“, 1. Preis beim 9. Bubenreuther Literaturwettbewerb 2023. Erstlesebuch „Gereimt, doch nicht ganz ernst gemeint“ im Juli 2023, „Bunter Mix aus Limericks“ im November 2024 im Pohlmann Verlag erschienen.
Einzelpublikationen:
– Max Mustermann und Lieschen Müller, heitere Verse mit Illustrationen von Elisabeth Denner, Apollon Tempel Verlag, München 2018, ISBN-13: 978-3981876840
– Auf des Windes Schwingen, zweisprachiger deutsch-russischer Lyrikband mit Originalen und Übersetzungen von Franziska Bauer und Mary Nikolska, Illustrationen von Elisabeth Denner, Apollon Tempel Verlag, München 2019, ISBN-13: 978-3981876888
Geboren 1977, lebt mittlerweile mit ihrer Familie in Vorarlberg. Die gebürtige Pinzgauerin hat sich ihre Mundart in der fremden Sprachregion bewahrt, schreibt Gedichte und Kurzgeschichten im Pinzgauer Dialekt.
Literarische Beiträge von Cornelia Allmayer-Krieg finden Siein folgenden Morgenschtean-Ausgaben: U78–79 U82–83 U84–85/2025 – PDF Beilage U88–89/2026
Literatur von Cornelia Allmayer-Krieg auf unserem Blog:
Die Beilage zur Ausgabe U84-85 (Mai 2025) enthält ein Interview mit Daniela Dangl sowie viele weitere Dialekttexte zum Thema „Gschroppn, Rotzpipn und Herzbinkerl“ sowie Texte aus dem Burgenland. Außerdem: weitere Rezensionen und Nachrichten aus unserem Verein.
Geboren 1958, lebt in Niedernsill. Autorin von Gedichten und Kurzgeschichten seit 1990. Als Verlegerin im Manggei-Verlag tätig. Laufende Arbeit im Kulturbereich (Tauriska Mundartarchiv, Kulturverein Samerstall Niedernsill, Arbeitskreis regionale Sprache und Literatur im Salzburger Bildungswerk, Leiterin von Schreibwerkstätten für Schüler und Erwachsene, Redaktion Morgenschtean Salzburg 2009). 2008 Finalistin beim ORF Mundartfrühling. 2017 Auszeichnung mit dem Walter-Kraus Mundartpreis.
Veröffentlichungen (Auswahl)
* Kara Meli. Eine Erzählung aus der Wüste von Gerlinde Allmayer. Manggei Verlag 2012.
* Der Pinzgau is a Gfüh. Gedichte, Gschichtn, Liada über, um und aus dem Pinzgau. Autorinnen und Autoren: Lisl Innerhofer, Gundi Egger, Barbara Rettenbacher, Gerlinde Allmayer, Theresia Oblasser, Barbara Rathgeb, Rosi Hoffmann, Peter Blaikner, Lisbeth Willeit, Max Faistauer, Elisabeth Stahl.Herausgeber: Max Faistauer.
Niedernsill: Manggei Verlag 2011.
* außerdem zahlreiche weitere Beiträge in Zeitschriften, Zeitungen, Rundfunksendungen und auf Tonträgern.
Oamui nau a Lausbui sei, jung und unbeschwead, si nix scheißn meïssn um deïs, wos si sou ghead, af an freïmdn Ocka Pfoffadadscharln broucka, Föwapfeifarl schnitzn, und mit deï daunn Vougarln aunloucka, ban Moahoufdeich Muich und Kaulquappm faunga, iwan Zaun zan Nochban umi nouch zeidiche Äipfün glaunga, ban Krebsnboch hoamlich Feia hazn und frech voun da Schindabruck owischlatzn, Greïscharln und kloani Stoan afd Schienan leïgn, in da Schupfa vasteïcka und si nid beweïgn, am Viechmoark stundnlaung begarln mid oan Boin, ba-r-oan Stodl oan Heahndreïg schmiean afd Schnoin, houch oubm af oan Nussbam si a Hittn baun und bam Bieberle dreïnt reife Keaschdn klaun, mid n Groudnfeidl si a Zwuschl schnitzn, in Kodna-Bod spechtln duarch deï Breïdlritzn, afn Gstappmbeach stundnlaung »Vabanne dich« spün, af oan Logafeia an müchign Gugruzkuibm grün, in da Gluid daunn gstulani Bougarln brodn, deï Housn aufkreïmpün und ouhni Schuih in Boch umwodn, mid oan Madl hamlich in oan Gebüsch drein sitzn und eahm noucha-r-a Heazal in a Bamrindn ritzn, mid deï Buim voun da Nochbaruatschoft rafa und si zan Prouwiean in da Trafik Tschick kafa, deï Stroß mid oan Ziaglbroucka aunmoina und Tempühupfm, a Rollahatzal mocha oda oafoch nia Boin schupfm … – wia gsogd: oamui nau a Lausbui sei, deïs warad scheï, owa ih moan, deïs wiad leida neamma geïh!
geb. 1962, lebt in Winden am See, Burgenland. Sie studierte Publizistik und Politikwissenschaft und war Pressereferentin und Konsumentenschützerin in den Arbeiterkammern NÖ und Burgenland. Seit 2018 ist sie freie Autorin. Erste Veröffentlichungen waren 2017 Nobody saw me writing this über die Künstlerin Fria Elfen (ORF Burgenland) sowie die Kurzgeschichte Leermeldung (Shortlist Ö1-Literaturwettbewerb 2017). Mit Trude und Amalie gewann sie 2019 den Literaturpreis der Energie Burgenland. Für die Lockdown-Miniaturen erhielt sie 2021 ein Arbeitsstipendium des Landes Burgenland. Ihre erste Buchveröffentlichung, der Kurzgeschichtenband Eine Ahnung vom Ende des Glücks, wurde 2022 mit dem Kery-Preis ausgezeichnet. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Eva Schreiber ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.
zuletzt aktualisiert im März 2025
Literarische Beiträge von Eva Schreiber finden Siein den Morgenschtean-Ausgaben: U84-85/2025
Bei da Oma im Goatn hats ois gebn: Erbsen, Himbeern, Oadaxl, a Bankl wo ma si an Schiefer einzogn hat am Hintern. Zigeuneräpfl, weiße Kirschn, Sauraumpfer und Bockbart zum Knatschn, batzwoache Birn, Ribisel, Paradeiser. An Dackl, der in jeden Maulwurfshügl einigschnofelt hat, Brennessel, Wexn …. und mi.
Da pamarantschnbua bin i. Hinter meiner kugeln orangen, vorder meiner kuglst du. Schupfst hoit du die kloan, oft treib i die großn. Biawei, dianei, antnfeder. Pamarantschnhansei, nudeldicke mötz.
Rutsch i ban eis, luadahaö, rutscht du ban grabn. Mei orangenkopf weascht weiß und deiner rommig. Schneemokloaner zopfn, ascheikoite schwester. Biawei, dianei, antntuck.
Biawei, dianei, antndreck. Huck i an putzdunkln bagascht, huckst du aufn winteröpfibam. Du nochtfinstre drossel, sog dei pamarantschnbruader.
Kimn oa ban bam, kimm oa, oft sing ma wos zomm: a kloa sunnbergtotzn und ’s wüdgfliglate schottseitmötzei. Husige sänger firchtn si nit: husige kina. Biawei, mötzei, antndreck.
Huck auf, i bin da kohlrobnschwoschze puger und du de kloan reiterin. Biawei, dianei, antndreck: weit hinterm see. So kemma ma gor bis uggl oder towaschbach. Biawei, dianei, norikerflug.
»I bin a klans Binkerl und stöh mi ins Winkerl und weil i nix kann drum fang i nix an«
Wia suit i wos kenna wer tatat ma was nenna was kenntat i learna ?
I nimm ma an Poista und wutzl am Zipfl suitat i nix dalerna des war jo der Gipfl.
Muast neugierig sein genier di net sogt mei Oma wonnst nix fragst bleibst bled.
So hob i ma vurgnuma an graden Togn frag i die Muata sie hat owa nit sovü Geduld weils allaweil glaubt sie is schuld woun die Lehrer von mir glauben i bin dumm, daher frag i weida: Warum, warum?
An ungrodn Togn do frog i mei Schwester di is scho a bisserl länger auf der Wöd deshoib glaub dass woar is wos dazoit.
Also bleibt nur der Samstog um den Vota zum frogn der hat am allermeisten zum sogn. Er dazöit ma vom Weita und der Politik, manchesmoi kumm i gar net mit. Es is afoch schen zurzuhern do kann uns gor kanna stehrn.
Am Suntog geh i zur Oma und setz mi aufd Schoss sie druckt mi ganz fest und frogt: Wos is los?
I wü jo nur wissen host du mi gern a wenn i in der Schui garnit guat learn ?
Oma sogt dass sie jo a net ais was und gescheit is nur der der was wo er findet, wos er net was.
Kumm her mei klans Binkerl kraxl aussi ausn Winkerl host eh scho sofü glernt und bist gscheida worn mir san holt Alle nit gscheit geboren.
Und wenn a Gscheitheit hüft in dera Wöd is des längst ned olles was im Lebn zöd Mitn Herz am richtigen Fleck zierst du jeden Winkl mei ollerliabstes Herzibinkl
da glane maxl wü a baua wean ka webdiseina ka komunikazionskonsalta ka kiekaunt menetscha und ka juman resursis menetscha a baua weu de kia so liab san de keiwal und de farln und weu ma do imma draussd sei kau und weu de eadn so guad riachd mei iagendwia a bledsinn nadiale iagendwia wos wo ma se dengt nau jo owa iagendwia scho aa boedesch
Die Wöd is im Waundl, ois geht immer schnölla – Flugzeig, Düsentschets, Raketn. Ois muas imma schnöller, hecha, weida, bessa sei.
Owa bleibt do koana moi steh und frogt si, fogt si, was wirklich zöht.
Ollas rennt. De Zeit rennt, rennt so schnö wia nie:
Doch i bleib steh.
Wü amoi den Moment genießen, so richtig den gaunzn Keapa spian:
de Luft in da Lunga, de Fiaß am Bodn.
Wü amoi des Radl stoppen, um amoi des Wichtige zum dakenna.
Nua ois draht se weida und draht se weida. Kaum is Montag, is a scho Mittwoch. Kaum hod ma Mittag gessen, legt ma sie wieda nieda und der nächste Tag beginnt.
i warat gern no amol gonz jung tat in de zeit zruckgehn und meine potza ausbessan wolln wonns ma im nochhinein einfollt i hätt se mea gernhobn solln i geh wia im tram no amol hin zua eam zan druckn und beguatn zan eaklärn und zeit lossn brems de gneat aus und hear bessa zua
wiaso hot da herrgott ka frau frogt mi mei enkale dea muss doch so allani sein wia holtat ea dos aus schau i hob mei mama mein papa meine gschwista und di wasst de menschn hobm eam de frau anfoch ausradiert sege manda hobn de göttin ibasegn vagessn gmocht sderf kane gebn allan herrschst sichs leichta wos de leit so olles glabn
voipockt mit sackaln und packaln tauchi bei de kinda auf eiglodn vun da schwiagatochta zu ana ostajausn mei sohn mocht ma de tir auf im vurzimma fliagi glei übara feangsteierts auto des kind is no net auftaucht des sitzt zwischn seine schpüsochn im wohnzimma aufm bodn east oisi de geschenke oblod kumt da bua aufd fiaß um z’griaßn vurm auspockn zerst de jausn mit gaukau kaffee und turtn in da kuchl des kind hupft aufn sessl dossma ongst und bong wiad greiftsi quer übern kuchltisch a schokotöatchen vum tölla und schtopft sis in mund ois wos net einepasst foit aufn tisch oda sessl oda bodn de serviettn liagt nua zum schpaß do iwoga bemeakung auf zrechtweisn foigta net maßregln mi de ötan do wiada oba in da schui schwierichkeitn kriagn außadem sitzi net gean in da pickatn möschpeis da bua geht schokovaschmiat vum tisch zruck zu seine schpüsochn da gonze fuaßbodn voi mit steckbauschtana und klane autos nachdemi mein gaukau austrunkn hob setzimi zum enkal aufn bodn in weisa vuraussicht hob i sogoa am festtag jeans on und hölf eam beim zsammraman donn oba stauni er hot si ausm aufklopptn mit küchnroininnerei obgschtütztn poppndeckldeckl vun ana schuachschochtl a schutzdoch fia de autos baut ausm untateuil a rompn ausgschnittn ois eifoat zua garasch fir de klanarn autos a praktische afoche idee schweast beeindruckt vun sovü geistiga regsomkeit und tatkroft bleibtma nix ondars übrich ois dem frotzn oda eigentli dena ötern de monglndn maniern nochzusehn gessn homma zsamgramt a und gnua bewundat jetzt wiad auspockt damit da klane wüdfong net unruig wiad
I bin ois junga Bui scha gwéin, a echta gluana Lump. Zigreddn g’racht, die Kotz seggiat, Bier drunga scha, auf pump. Die Pfoat héing va da Housn ausa, d´Schuich valian die Souhln, und gstod in d´Schui géihn, wia sís ghead, auf d’ Wiesn umatoulln. Wos is nit ois, säud oll déi Joa, auf insra Wöd bossiad? Sou hod déi Zäut, wea häd si ’ s dochd, van gluan uan großn Lumpm gmocht.
Er ischt scho durch viel Händ ganga. Händ vo Gschäftslüt und Husfraua, Studeanta und Bura und Handwerker. Zletscht ischt er ama Landstricher us sim löchriga Hosasack gfalla und is Gräs grollt. A Kind heata gfunda. A Kind heat d’ Oga nöher am Boda. Und wenigr großspurige Gedanka im Kopf. Drum siacht’s, wenn ebbas am Weagrand glänzt. »Bloß a Stückle Bleach! Obacht, du künnscht dir wehtoa«, rüaft da Papa, aber ’s Kind rennt glei druf zua, bückt si danoch und freut sie über sin Fund. »Aso, an Euro«, set da Papa, »en muaß ebmer verlora ha.« »Kann i ean bhalta?«, frogt ’s Kind. Es ischt scho so wit domeschtiziert, dass es da Unterschied zwüschat Mi und Di verinnerlicht heat, und des Kapitalismusgsetz – höher, witer, meh und wer am meischta heat, heat gewunna – würd eam bald amol bibrocht. Abr noch ischt so an Euro oafach schöa. Höfali kratzt’s da Dreack weag, blost da Stob furt und lota i dr Sunna ufblitza. »Iatz hör uf und kumm endlich«, set da Papa. Dr Euro verschwindet i dr Kinderfuscht. Dahoam kriagt er an Ehraplatz ufm Nachtkästle, würd jeda Tag poliert, gstreichlat und umazoagt. Bis d’Mama s’Kinderzimmer ufrumt. Sie steckt da Euro durch an Schlitz ina dunkle Böchs. Döt trifft er uf Kollega, Euro, Cent, Groscha, Schilling und soger a paar Rappa und Fränkli. Mit dr Zit sind immer meh dazuako, es ischt eng wora wia imana Sarg, dr Euro heat Angscht ka, dass er nia meh us deam Massagrab usakunnt. Abr es ischt anders ko. Viel spöter heats uf oamol an furchtbara Schlag toa, Böchs ischt explodiert und d’Münza sind in alle Himmelsrichtiga usanandergspickt. Dr Euro ischt is Rolla ko, über a Kanta ahigstüarzt, witergrollt und im Schatta vomana Bom im Gräs legableba. Sither wartat er druf, dass ean a Kind findat und i dr Sunna ufblitza lot.
Deaf i moi eini schau? Na, so griaweg! Und so vü Hoa! A so a liabs Biaschal. Aso! A Diandl is! Na, wia d’Mama. Und? Is er eh brav? Jojo feigets na a weng, d’Mama. Soid scho aufsteh. Haha! Muats babbat is er, ha? Der werd se scho nu zaum wochsn. Na Hauptsoch, se san gsund, geee?
A Wochn nau Schui, die Zeignis san gschriem, die Lehra gengan mit Kinda ins Bod. Daun sitzns aufn Bangl und schaun, wos si duat. Die Madln stengan bei da Dusch und schaun umme zu d’ Buam. De hupfm und springan und schrein wia bled, ois obs ana mit an Messa ogstochn häd. Do kummt da blade Bua, und plötzlich is stü, und daun schnappms eahm zu fünft und zahn und zahn, und da blade Bua losst sie foin. Die Buam, de roin eahm zum Wossa hin, a Stessa no, und scho is er drin. Do taucht er umme zu da Stiagn, er kräut auffe und wischt si die Hoa aus da Stian. Er nimmt an Auraund und springt so hoch und so weit er nur kaun, a richtig schene Oaschbombm mocht er daun. Und jetzt is er da King, wäu kana kaun so spritzn wia ea. Supa Peda, heat ma jetzt die Madln schrein, und die Buam, de hupfm und boschn ind Händ. Die Lehra aum Bangl, de schaun si zfriedn au, wia si maunchsmoi ois vo söba regln kau.
Kennts es den Wåsnschtoffl ned? A sötsaums Wesn, geht de Red, woar hoiwat Mensch, hoib Wåssawesn. Zwaa Fischa san im Schüüf draußt gwesn und haum nan gfaungan mid an Netz. Wiar der hot ausgschaut, woar ka Hetz! Recht klaa, mit Schwimmheit zwischn d’Finga (do muasst di fost zan Hinschaun zwinga), gaunz vuller Schlaumm, de Nägl laung, de Hoar vafülzt, dass an wird baung, mit klaane Augn, da Mund gaunz blau, schtöllt große weiße Zähnt zur Schau. De Fischer haum no vuar da Nocht des Mannderl schnöö zum Schloss hinbrocht, ins Schloss, då, wo da Füarscht hot gwohnt. Der hot de Fischer reich belohnt und hot des Mannderl Stefan gnennt. Von weither san de Leit hergrennt – se haum den Schtoffel aunschaun woilln und woitn eam Bewundrung zoilln. Am Aunfang hot er Grås nur gfressen und Fresch von Schlossteich mit Genuss. S woar laung, bis er wos Kochts håt gessen und gredt hat er eascht ganz am Schluss. De Fiaschtntochter håt er megn, de håt er no am liabstn gsegn, weu de hot freindlich mit eahm gredt. Wia dann des Joahr zu Ende geht, då håt des Madl Hochzeit ghoitn. De woit da Schtoffl mitgestoitn. Er wollt a große Freid ihr måchn und håt an Korb – ihr werds jetzt låchn – zur Hochzeitståfl einatrågn: Mit Fresch und Krotn und so Såchn! De håt er auf de Tafel gschitt, dass ålle Gäst im Sauseschritt davongrennt san vor Schreck und Graus. Da Schtoffl kennt si erscht net aus, daunn schaumt er si und rennt zum Teich, hupft eini und schwimmt zruck sogleich übern Kanal zum Neusiedler See durch Schüülf und Wåsen klingt sein Ade … Und er woar derartig verlegn, dass kaana eahm je wiedagsegn.
ANMERKUNG: Der Waasen ( ungarisch Hanság) ist ein ehemaliges Flachmoor im Südosten des Seewinkels, der über den Einserkanal entwässsert wird.
In de Weinberg von Klaahöflein, do gibts an Schtaa, den Kümmerlingschtaa, so wia eahm d’Leit nennan. Fåst maunnshoch is der Grenzschtaa, olles aundre ois klaa, va dem geht de Red, er vaneigt si in da Fruah vuam erschten, der fleißi zur Oarbeit tuat rennan.
A Weinbaua hot za sein Buam amoi gsågt: »Schee warads, waunn i no des Wunda dalebert, dass da Kümmerlingschtaa si vor deiner, waunns tågt, ois easchtm vabeigt! Seppl, waunns des nua gebert.«
Da Seppl tat gern wissen, ob wås draun is aun der Mär und geht mit ana Deckn zan Grenzschtaa auf d‘ Nåcht. Durt legt er si nieda zan Schloffn und hofft, dass, waunn wer daherkummt, er schnö gnua erwåcht, dass ois earschta am Schtaa er voabeigaungan wär. Boid nach Mitternåcht heart er daunn Schriat und a Låchn, und a gaunz oiter Maunn mit Blauschurz und Buttn geht ois earschter vorbei, do kaunn ma nix måchn! Der Kümmerlingschtaa, siacht er aus seiner Suttn, tuat si gaunz tiaf vaneign, sowås siacht ma net oft! Jetzt mecht da Sepp wissen, wer der Oide denn woar? Er siacht, wia der Oide jedn Weinstock berührt und an Segnsspruch flüstert, und då wird eam kloar: Des muaß wohl der uroite Leseähnl sein. Wann der kummt, daunn gibts guate Erntn beim Wein!
Am nächstn Tag woarn daunn de Weinbeern schon zeitig scheen gschmackig und siaß, gaunz groß und voi Såft, der gwiss dem Wein nåcha Berühmtheit vaschåfft. Deswegn måcht der Sepp die Verbeugung nicht schtreitig dem Lesähnl, und vor dem ziagt er den Huat: Da Kümmalingschtaa waas gaunz guat, wås er tuat!
ANMERKUNG:
Die Prosafassung dieses Märchens ist hier nachzulesen:
da stelzhamer franz is a dichda quen. ea woa a kolleg von rumpfl ägidius aus oberfucking gemeinde samaskira do zschaddeng undd. ea woa a a kolleg vo da oberfellner zilli aus großweiffendorf zmettmoch drom. ea is owa a a kolleg von goethe quen dea owa de innviadla mundoadd goa ned amoi beheaschd hod. da stelzhamer franz hod deologie schduddiad obwoi a e goa ned bfoara woan is. da stelzhamer franz hod xofn obwoi a goa ned amoi gnua gäid fiass dringa kobd hod. da stelzhamer franz hod kuad obwoi se des domois scho ned kead hod. an stelzhamer franz hods vo da lemsbo kaud & vo da keglbo homsn a aussekaud. da stelzhamer franz hod gschrim „dahoam is dahoam“ obwoi ea e nia dahoam quen is. & drozdem miassn heid oille aufschde wonn des liad xunga wiad wos ea gschrim hod. da bfoara, da leara, da biagamoasda, da vizebiagamoasda, de eggonomieredde, de schauschneida, dbfoarakechen, da schuideana, dschuikina, da schdeiazola & da londesheibdleng & sei schafea an londesheibdleng sei schdoivadredda min schafea an londesheibdleng sei frau & ia schafea da beziaxheibdleng & sei schafea da londesschuiinschbeggda & sei schafea da beziaxschuiinschbegda & sei schafea. wei ma heizdox wo ma schnäi foan & schwa dringa mechd unbedingd an schafea brauchd.
aus: Hans Kumpfmüller: Goidhaum & Logahauskabbe. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 1997
das ganz große ereignis nein nicht das! das ganz ganz große ereignis gerhard tot
am 8. soll er gstoren sein dank ihm hab i verstandn die niederflurstraßenbahnen schließen vü z’schnell die türn
und selbstverständli wollt er lesen an sein burtseltag – hab kan kalender – ober 7. april war gebongt
gerhard wara verschenka hab i zu bettina vor jahrn gsagt a schenka – großzügig und heiter das einige als unterklassig verkanntn
tatjaschkeisch brachte er in die literatur eine authentisch lässige lockerheit die nicht in kategorien wie: „so was is oba zu banal!“ zu erfassn is
ka noch so schwere aufgab vermocht ihn in unfreiheit zwingen er dozierte in der akademie der bildenden kunst ostbahn kurti, günter brödl applaudierten mit den studenten
als dozent brillierte er imma auf den stufen der ironie und absurdität sogar beim briefe in kuverts steckn in der gav lockerte er uns
und so auch sein schreibm genial, neben nebensächlich und niveau brechend einfach und so lieb und warmherzig
erst in den letzten jahren lernt ich seine zornige seite sein wollen ins gute, ins wohlwollende ins gscheitere …
das bewunderte ich, die kraft zur tat, wobei er diese gschicht hatte: keinen körperlichen kampf gewinnen zu können
und ohne ingrid wär da gerhard schon a a mensch gwesen der si traut hätt, a genie zu sein aber dank ingrid wald is er zu einem geworden! gerhard for ever!