Deutschmann, Lisa

Lisa Deutschmann

Geboren in Klagenfurt und aufgewachsen in Graz, hat einige Jahre an Universitäten und Fachhochschulen gearbeitet, bevor sie sich als Lektorin und Autorin selbstständig gemacht hat. Sie hat mehrere Romane veröffentlicht und ist in verschiedenen Literaturzeitschriften und Anthologien mit Prosa- und Lyrikbeiträgen vertreten. Heute lebt sie mit ihrer Familie im Burgenland. 

zuletzt aktualisiert 2025

www.lisadeutschmann.com

Foto © privat

Literarische Beiträge von Lisa Deutschmann finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84–85/2025

Chobot, Manfred

MANFRED CHOBOT

geb. 1947 in Wien; Studium der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft in Wien;
seit Anfang der 70er Jahre freier Schriftsteller (Gedichte, Reportagen, Erzählungen und Romane) und Galerist;
Herausgeber verschiedener Zeitschriften und Reihen;
Mitbegründer der Ö.D.A.
Redakteur der Literaturzeitschrift ›Podium‹ (1992 bis 1999) und ›Das Gedicht‹ (1999 bis 2002).
Obmann des Literaturvereins ›podium‹.
Zahlreiche Auszeichnungen.

zuletzt aktualisiert 2015

zur Website des Autors

Literarische Beiträge von Manfred Chobot finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U9/ 2005
U11/ 2006
U14 /2006
U18-19 / 2007-2008
U20 /2008
U21-22/ 2008
U24-25 /2009
U26-27 /2009
U28 /2010
U29-30 /2010
U34 /2012
U40-41 / 2014
U46-47 /2015
U 50-51/ 2017
U52-53/ 2017
U54-55/ 2018
U56-57/2018
U58-59/2018
U62-63/2019
U64-65/2020
U66-67/ 2020
U68-69/2021
U84–85/2025

Bauer, Marlene

Marlene Bauer

Schülerin der HLW Horn (Stand Mai 2025)

Literarische Beiträge von Marlene Bauer finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025





Bauer, Franziska

FRANZISKA BAUER

geb. 1951, Studium der Russistik und Anglistik in Wien, wohnhaft im Burgenland, pensionierte Gymnasiallehrerin, Schulbuchautorin, schreibt Lyrik, Essays und Kurzgeschichten für Zeitschriften und Anthologien, diverse Einzelpublikationen und Preise.

mehr Informationen
1. Preis beim Essaywettbewerb des Werkkreises Literatur der Arbeitswelt mit dem Essay „Nicht Arbeit, sondern Müßiggang“, Gewinnerin des 10. Bad Godesberger Literaturpreises 2020 mit dem Text „Schon welkt dein Herbst dem Alter zu“, Preisträgerin der Ausschreibung Poets of the New World von Philipp Spiering mit dem Gedicht „Sommernacht“, 1. Preis beim 9. Bubenreuther Literaturwettbewerb 2023. Erstlesebuch „Gereimt, doch nicht ganz ernst gemeint“ im Juli 2023, „Bunter Mix aus Limericks“ im November 2024 im Pohlmann Verlag erschienen.

Einzelpublikationen:

– Max Mustermann und Lieschen Müller, heitere Verse mit Illustrationen von Elisabeth Denner, Apollon Tempel Verlag, München 2018, ISBN-13: 978-3981876840

– Auf des Windes Schwingen, zweisprachiger deutsch-russischer Lyrikband mit Originalen und Übersetzungen von Franziska Bauer und Mary Nikolska, Illustrationen von Elisabeth Denner, Apollon Tempel Verlag, München 2019, ISBN-13: 978-3981876888

– Wiedersehen mit Max und Liese, zweisprachiger deutsch-russischer Lyrikband mit Originalen von Franziska Bauer und Übersetzungen von Mary Nikolska, Leobersdorf 2021, Vertrieb: E.Weber-Verlag © 2021 Franziska Bauer, ISBN 978-3-85253-691-0

– Durch Jahr und Tag, mit Originalen und Übersetzungen von Franziska Bauer und Mary Nikolska,Großebersdorf 2022, Vertrieb: E.Weber-Verlag, © 2021 Franziska Bauer, ISBN 978-3-85253-717-7Für Aug‘ und Ohr, Märchen und Erzählungen zum Schmökern und Vortragen, Großebersdorf 2022, Vertrieb: E.Weber-Verlag, © 2021 Franziska Bauer, ISBN-978-3-85253-773-3

– DONA NOBIS PACEM, mit Originalen und Übersetzungen von Franziska Bauer und Mary Nikolska in drei Sprachen; Druck: Buchschmiede, Großebersdorf © 2022 Franziska BauerVertrieb: E. Weber Verlag, www.eweber.at, ISBN 978-3-85253-780-1

– Gereimt, doch nicht ganz ernst gemeint. Erstlesebuch. Bad Laer, Juli 2023, Pohlmann VerlagISBN 978-3-948552-34-3

– Bunter Mix aus Limericks, Bad Laer, November 2024, Pohlmann Verlag, ISBN 978-3-948552-52-7

http://www.galeriestudio38.at/Franziska-Bauer


Literarische Beiträge von Franziska Bauer finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U82-83/2024
U84-85/2025





Allmayer-Krieg, Cornelia

Cornelia Allmayer-Krieg

Geboren 1977,
lebt mittlerweile mit ihrer Familie in Vorarlberg.
Die gebürtige Pinzgauerin hat sich ihre Mundart in der fremden Sprachregion bewahrt, schreibt Gedichte und Kurzgeschichten im Pinzgauer Dialekt.

Literarische Beiträge von Cornelia Allmayer-Krieg finden Sie in folgenden Morgenschtean-Ausgaben:
U78–79
U82–83
U84–85/2025 – PDF Beilage
U88–89/2026



PDF Beilage zur Ausgabe U84–85

Die Beilage zur Ausgabe U84-85 (Mai 2025) enthält ein Interview mit Daniela Dangl sowie viele weitere Dialekttexte zum Thema „Gschroppn, Rotzpipn und Herzbinkerl“ sowie Texte aus dem Burgenland. Außerdem: weitere Rezensionen und Nachrichten aus unserem Verein.

Veröffentlicht am
Kategorisiert als PDF-Beilagen

Allmayer, Gerlinde

Gerlinde Allmayer

Geboren 1958, lebt in Niedernsill.
Autorin von Gedichten und Kurzgeschichten seit 1990. Als Verlegerin im Manggei-Verlag tätig. Laufende Arbeit im Kulturbereich (Tauriska Mundartarchiv, Kulturverein Samerstall Niedernsill, Arbeitskreis regionale Sprache und Literatur im Salzburger Bildungswerk, Leiterin von Schreibwerkstätten für Schüler und Erwachsene, Redaktion Morgenschtean Salzburg 2009). 2008 Finalistin beim ORF Mundartfrühling. 2017 Auszeichnung mit dem Walter-Kraus Mundartpreis.

Veröffentlichungen (Auswahl)
* Kara Meli. Eine Erzählung aus der Wüste von Gerlinde Allmayer. Manggei Verlag 2012. * Der Pinzgau is a Gfüh. Gedichte, Gschichtn, Liada über, um und aus dem Pinzgau. Autorinnen und Autoren: Lisl Innerhofer, Gundi Egger, Barbara Rettenbacher, Gerlinde Allmayer, Theresia Oblasser, Barbara Rathgeb, Rosi Hoffmann, Peter Blaikner, Lisbeth Willeit, Max Faistauer, Elisabeth Stahl.Herausgeber: Max Faistauer. Niedernsill: Manggei Verlag 2011. * außerdem zahlreiche weitere Beiträge in Zeitschriften, Zeitungen, Rundfunksendungen und auf Tonträgern.

zuletzt aktualisiert 2023

Literarische Beiträge von Gerlinde Allmayer finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U21-22/2008
U23/2009
U24-25/2009
U26-27/2009
U28/2010
U31-33/2011
U44-45/2015
U70-71/2022
U72-73/2022
U78-79/2024
U82-83/2024
U84-85/2025
U88–89/2026

Josef Maria Hader
A RICHTIGA SCHRECKN

Josef Maria Hader
A RICHTIGA SCHRECKN

De Doris woa nu a kloans Medal
und bei ihra Oma des erste Moi
zan Besuch üba d’Nocht.
Do hods a schreckliche Entdeckung gmocht.

Vorm Bettgen hom se beide im Bod gwoschn.
Auf oamoi hod die Oma ihre Zent in da Hond
und schrubbelt midn Zentbirschtl drauf umanond.

Voa Schreck schreit d’ Vera di Oma on:
»Omi, Omi wos mochsd denn do
des is sicha ned gsund
i putz ma de Zent imma nua im Mund.«

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Franz Geissler
OAMUI NAU A LAUSBUI SEI

Franz Geissler
OAMUI NAU A LAUSBUI SEI

Oamui nau a Lausbui sei, jung und unbeschwead,
si nix scheißn meïssn um deïs, wos si sou ghead,
af an freïmdn Ocka Pfoffadadscharln broucka,
Föwapfeifarl schnitzn, und mit deï daunn Vougarln aunloucka,
ban Moahoufdeich Muich und Kaulquappm faunga,
iwan Zaun zan Nochban umi nouch zeidiche Äipfün glaunga,
ban Krebsnboch hoamlich Feia hazn
und frech voun da Schindabruck owischlatzn,
Greïscharln und kloani Stoan afd Schienan leïgn,
in da Schupfa vasteïcka und si nid beweïgn,
am Viechmoark stundnlaung begarln mid oan Boin,
ba-r-oan Stodl oan Heahndreïg schmiean afd Schnoin,
houch oubm af oan Nussbam si a Hittn baun
und bam Bieberle dreïnt reife Keaschdn klaun,
mid n Groudnfeidl si a Zwuschl schnitzn,
in Kodna-Bod spechtln duarch deï Breïdlritzn,
afn Gstappmbeach stundnlaung »Vabanne dich« spün,
af oan Logafeia an müchign Gugruzkuibm grün,
in da Gluid daunn gstulani Bougarln brodn,
deï Housn aufkreïmpün und ouhni Schuih in Boch umwodn,
mid oan Madl hamlich in oan Gebüsch drein sitzn
und eahm noucha-r-a Heazal in a Bamrindn ritzn,
mid deï Buim voun da Nochbaruatschoft rafa
und si zan Prouwiean in da Trafik Tschick kafa,
deï Stroß mid oan Ziaglbroucka aunmoina und Tempühupfm,
a Rollahatzal mocha oda oafoch nia Boin schupfm …
– wia gsogd: oamui nau a Lausbui sei, deïs warad scheï,
owa ih moan, deïs wiad leida neamma geïh!

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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🎧 Jasmin Gerstmayr
VAGESSN

Jasmin Gerstmayr
VAGESSN

I steh in deim klan Zimma
De Obendsunn – a Schimma
streift deine weichn Händ
Klinisch san de weißn Wänd

Du schaust mi net wiakli au
Sitzt anfoch nua do hidau
Du host so vü ognumma
Duast imma mehr vastumma

Foist du in a dunkle Nocht?
Du host ewig nimma glocht
Bist kaum nu wiakli do
Mah, du gehst ma so oag o

Du host fia uns olles gmocht
und niemois an di söba docht
Dei Lebn woa nua Vazicht
Märchen? Eha Gruslgschicht

I steh in deim Zimma
Eakennst du mi goa nimma?
Mama, wo gehst du jetzt hin?
Waßt du nu, dass i dei Tochta bin?

Du host imma funktioniat
und neamd hods honoriat
Vielleicht wüst du ois vagessn
Vü z’sötn bin i nebn dia gsessn

Mama, i steh in deim Zimma
I vamiss di – imma
I nimm dei zoate Haund
Wad so gean in deim
Vagessns-Laund

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Schreiber, Eva

Eva Schreiber

© Birgit Machtinger

geb. 1962, lebt in Winden am See, Burgenland. Sie studierte Publizistik und Politikwissenschaft und war Pressereferentin und Konsumentenschützerin in den Arbeiterkammern NÖ und Burgenland. Seit 2018 ist sie freie Autorin. Erste Veröffentlichungen waren 2017 Nobody saw me writing this über die Künstlerin Fria Elfen (ORF Burgenland) sowie die Kurzgeschichte Leermeldung (Shortlist Ö1-Literaturwettbewerb 2017). Mit Trude und Amalie gewann sie 2019 den Literaturpreis der Energie Burgenland. Für die Lockdown-Miniaturen erhielt sie 2021 ein Arbeitsstipendium des Landes Burgenland. Ihre erste Buchveröffentlichung, der Kurzgeschichtenband Eine Ahnung vom Ende des Glücks, wurde 2022 mit dem Kery-Preis ausgezeichnet. Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften. Eva Schreiber ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung.

 zuletzt aktualisiert im März 2025

Literarische Beiträge von Eva Schreiber finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025



Brigitte Menne
ROTKÄPPCHEN

Brigitte Menne
ROTKÄPPCHEN

Zwoa kloane mäezn treffn se in da kindagoatengarderowe,
de oa oewe met ihra mamme, de onda oewe met ihra aanl:

(de oa)
wohnst du hiaz bei deina großmuatta
oder bei deina mamme?

(de onda)
eh kloa
bei meina großmuatta

(de oa)
wüd
bist eppa a Rotkäppchen
wae de is a zada großmuatta gonga?

(de onda noch oana weu)
jo genau
a Rotkäppchen bin i

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85
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Judith Thoma
BEI DA OMA IM GOATN

Judith Thoma
BEI DA OMA IM GOATN

Bei da Oma im Goatn hats ois gebn:
Erbsen, Himbeern, Oadaxl,
a Bankl wo ma si an Schiefer
einzogn hat am Hintern.
Zigeuneräpfl, weiße Kirschn,
Sauraumpfer und Bockbart zum Knatschn,
batzwoache Birn, Ribisel, Paradeiser.
An Dackl, der in jeden Maulwurfshügl
einigschnofelt hat,
Brennessel, Wexn ….
und mi.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Petrus Forster-Sonnenburg
UND LISEI UND?

Petrus Forster-Sonnenburg
UND LISEI UND?

Da pamarantschnbua bin i.
Hinter meiner kugeln orangen,
vorder meiner kuglst du.
Schupfst hoit du die kloan,
oft treib i die großn.
Biawei, dianei, antnfeder.
Pamarantschnhansei, nudeldicke mötz.

Rutsch i ban eis,
luadahaö,
rutscht du ban grabn.
Mei orangenkopf weascht weiß
und deiner rommig. Schneemokloaner zopfn,
ascheikoite schwester.
Biawei, dianei, antntuck.

Biawei, dianei, antndreck.
Huck i an putzdunkln bagascht,
huckst du aufn winteröpfibam.
Du nochtfinstre drossel,
sog dei pamarantschnbruader.

Kimn oa ban bam, kimm oa,
oft sing ma wos zomm:
a kloa sunnbergtotzn und ’s wüdgfliglate schottseitmötzei.
Husige sänger firchtn si nit: husige kina.
Biawei, mötzei, antndreck.

Huck auf, i bin da kohlrobnschwoschze puger
und du de kloan reiterin.
Biawei, dianei, antndreck: weit hinterm see.
So kemma ma gor bis uggl oder towaschbach.
Biawei, dianei, norikerflug.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Cornelia Allmayer-Krieg
NETZWERKSTRUDL

Cornelia Allmayer-Krieg
NETZWERKSTRUDL

Büdl im Büdl im Büdl
ausm unendlichn Spiaglkabinett
befrein mi zwoa Schritt
und hinta mir heschts wieder auf
mit oan Büdl

Füm im Füm im Füm
da unaufhörliche Fümstrudl entreißt
uns dei Hond
di strudelts oiwei weita oche
in Füm in Füm in Füm

nach Ewigkeitn im Strudl
hebst dein Blick
dein unzfriedna Gschmack
wüst ausspuckn

unsare Händ ziachnd
di ins Longsome
de Sekunden herobn sand
kaum aufglodn
nit aufdringlich
nit grö
nit laut

gonz kloa woxt dei Staunen
entdeckst dei Lebnsbüdl wieder?

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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🎧 Ingrind Maria Kern
HERZIBINKERL

Ingrid Maria Kern
HERZIBINKERL

»I bin a klans Binkerl
und stöh mi ins Winkerl
und weil i nix kann
drum fang i nix an«

Wia suit i wos kenna
wer tatat ma was nenna
was kenntat i learna ?

I nimm ma an Poista
und wutzl am Zipfl
suitat i nix dalerna
des war jo der Gipfl.

Muast neugierig sein
genier di net
sogt mei Oma
wonnst nix fragst
bleibst bled.

So hob i ma vurgnuma
an graden Togn
frag i die Muata
sie hat owa nit sovü Geduld
weils allaweil glaubt sie is schuld
woun die Lehrer von mir glauben
i bin dumm,
daher frag i weida: Warum, warum?

An ungrodn Togn do frog i mei Schwester
di is scho a bisserl länger
auf der Wöd
deshoib glaub dass woar is
wos dazoit.

Also bleibt nur der Samstog
um den Vota zum frogn
der hat am allermeisten zum sogn.
Er dazöit ma vom Weita und der Politik,
manchesmoi kumm i gar net mit.
Es is afoch schen zurzuhern
do kann uns gor kanna stehrn.

Am Suntog geh i zur Oma
und setz mi aufd Schoss
sie druckt mi ganz fest
und frogt: Wos is los?

I wü jo nur wissen
host du mi gern
a wenn i in der Schui
garnit guat learn ?

Oma sogt dass sie jo a net ais was
und gescheit is nur
der der was
wo er findet, wos er net was.

Kumm her mei klans Binkerl
kraxl aussi ausn Winkerl
host eh scho sofü glernt
und bist gscheida worn
mir san holt Alle nit gscheit geboren.

Und wenn a Gscheitheit
hüft in dera Wöd
is des längst ned olles was im Lebn zöd
Mitn Herz am richtigen Fleck
zierst du jeden Winkl
mei ollerliabstes Herzibinkl

Text von der Autorin vorlesen lassen

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Erich Schirhuber
DA GLANE MAXL

Erich Schirhuber
DA GLANE MAXL

da glane maxl wü a baua
wean ka webdiseina ka
komunikazionskonsalta ka
kiekaunt menetscha und ka
juman resursis menetscha
a baua weu de kia
so liab san de keiwal und de
farln und
weu ma do imma draussd sei kau
und weu de
eadn so guad riachd
mei iagendwia a bledsinn nadiale
iagendwia wos wo ma se dengt
nau jo
owa iagendwia scho aa
boedesch

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Elena Popp
SEI NED SCHWIERIG

Elena Popp
SEI NED SCHWIERIG

Guade Notn, imma lerna,
sei koa Streba, sei ned schwierig.
Imma locha, niemois wana,
imma weida, imma weida.

A dahoam soi ois perfekt sei:
Liabe Tochta, liabe Schwesta.
Sei gonz afoch, sei ned schwierig,
reiß di zaum, ge lös Probleme.

Waun des ois ned jo so schwa wa!
Und di Foam, di no gewünscht wa,
mit dem Moß und dem Gewicht.
A di schenste Bluama di schwindt.

Und des Locha, jo des geht.
Ollas wird ned überwunden,
und der Tod, der wird erzwungn.
Olle sogn, olle trotschn.

Jo, di Ideale soin passn.
Imma aufrecht, imma fröhlich,
wei di aundan soin nix merkn.
Bin i des do drüm im Spiagl?

Di Haut zu bloss, da Bauch zu brad,
De Haxn blad, da Kopf so wad.
100 Frogn, 100 Stimman,
olle denkn, olle flüstan,

und di Stimman wern lauda
imma weida bis zum End.
Sei ned schwierig, imma weida,
loss di ondan ned begreifa.

Text von der Autorin vorlesen lassen:


erschienen in MORGENSCHTEAN U84–85
Elena Popp ist Schülerin der HLW Horn


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Alea Rubik
IMMA MEA

Alea Rubik
IMMA MEA

No a Tog, wo i wieda renna muas.
Imma des Söwe, imma nu mea Stress,
bis ma nimma kau.

Mei Oma sogt, dass ma heitzutog nimma zua Rua kummt.
Und do geb i ia recht, es is wirklich so.

Imma wird mea erwoat vo dia,
imma gibts irgendwos zum tuan,
nia kau ma si moi niedalossn.

Waun ma a Pause mocht,
daun passts eana ned,
weu daun is ma feu,
ma soi si hoid mea austrenga.

Jeda erwoat vo an, dass ma des ois schofft,
ohne Hüf oda ana Pause.
Ma kauns eana ned recht mocha.
Egal, wos ma tuat.

Trotzdem tuan ma, wos ma kenan.
Wia gebn unsa Bestes
und hoffn, dass reicht.

Und a, wauns amoi ned reicht,
soit ma stoiz auf uns sei.
Wei waun wia ned stoiz auf uns san,
wer daun?

Des soit ma uns imma im Hinterkopf liegn lossen,
a, waun ma scho de Augn vo de aundan im Gnack gspian.
Sunst gema unta.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Anna-Lisa Graf
ZUKUNFTSBLEDINN

Anna-Lisa Graf
ZUKUNFTSBLEDINN

Moi in Teifi ned auf d’Waund,  
songs oiwei olle so aus da Haund. 
 
Wia soi des denn heid nu geh? 
Waund Politik auffiart so an Schmee. 
 
Zukunft und Frogn oft so groß, 
Wo wead i des denn ois nu los? 

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Selina Schmitmeier
IN D’ SCHUI GEH

Selina Schmitmeier
IN D’ SCHUI GEH

Lerna, lerna, lerna, des geht imma nur weida!
Amoi, zwamoi, dreimoi,
lerna, lerna, später noch da Schui brauch mas eh ned mehr.

Lerna hüft nochdenkn messn und zu
vasteh.
Oba brauch ma de Themen a?

Na, na, na duan ma ned.

Oba schui obschliaßn duan ma fix mit links.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Christoph Meller
ZEIT

Christoph Meller
ZEIT

Die Wöd is im Waundl, ois geht immer schnölla – Flugzeig, Düsentschets, Raketn.
Ois muas imma schnöller, hecha, weida, bessa sei.

Owa bleibt do koana moi steh und frogt si,
fogt si, was wirklich zöht.

Ollas rennt.
De Zeit rennt,
rennt so schnö wia nie:

Doch i bleib steh.

Wü amoi den Moment genießen,
so richtig den gaunzn Keapa spian:

de Luft in da Lunga,
de Fiaß am Bodn.

Wü amoi des Radl stoppen,
um amoi des Wichtige zum dakenna.

Nua ois draht se weida und draht se weida.
Kaum is Montag, is a scho Mittwoch.
Kaum hod ma Mittag gessen, legt ma sie wieda nieda
und der nächste Tag beginnt.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Lisa Pöll
SPUREN

Lisa Pöll
SPUREN

D‘ Zeit beginnt, wia´’s Laub im Wind,
ka Aunung wos ma moargn findt. 
De Stroßn, d’ Heisa, ols so gwohnt, 
doch nix bleibt steh, wos heit no trohnt. 
 
Und trotzdem bleibt a Stimm, a Gspiar, 
in olle Gschichtn drin vo dia. 
A Wort, A Locha, a kloane Spua, 
vielleicht bleib i am End a nua.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Elisabeth Hafner
MUATA

Elisabeth Hafner
MUATA

i warat gern no amol gonz jung
tat in de zeit zruckgehn
und meine potza ausbessan wolln
wonns ma im nochhinein einfollt
i hätt se mea gernhobn solln
i geh wia im tram no amol hin zua eam
zan druckn und beguatn
zan eaklärn und zeit lossn
brems de gneat aus und hear bessa zua

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


Lesen Sie auch unsere Printausgabe!

Elisabeth Hafner
GÖTTIN

Elisabeth Hafner
GÖTTIN

wiaso hot da herrgott ka frau
frogt mi mei enkale
dea muss doch so allani sein
wia holtat ea dos aus
schau i hob mei mama
mein papa meine gschwista und di
wasst de menschn
hobm eam de frau anfoch ausradiert
sege manda hobn de göttin ibasegn
vagessn gmocht sderf kane gebn
allan herrschst sichs leichta
wos de leit so olles glabn

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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🎧 Claudia Rosenwirth-Fendre
BUZZALAN – DREIE

Claudia Rosenwirth-Fendre
BUZZALAN – DREIE

Wenn i aan Ångeklågtn siehg,
in de Medien – in Håndschölln,

und links wia rechts schtehn
Wåchn nebm ihn –

in Gerichtssåål drinn –

dånn denk i bei mir:

Däs dreie seid’s aa amål
Buzzalan g’wesn.

Då schteht totnschtüll und

allanig

däs Wuart

M u a t t a

auf –

ziahgt de Schultarn ins Kreiz

und kriagt a G’wicht –

schwaara åls jeda Gailtåler Berg.

Text von der Autorin vorlesen lassen:

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Sylvia Bacher
DES KLANE SCHENIE

Sylvia Bacher
DES KLANE SCHENIE

voipockt mit sackaln und packaln
tauchi bei de kinda auf
eiglodn vun da schwiagatochta
zu ana ostajausn
mei sohn mocht ma de tir auf
im vurzimma fliagi glei
übara feangsteierts auto
des kind is no net auftaucht des
sitzt zwischn seine schpüsochn
im wohnzimma aufm bodn
east oisi de geschenke oblod
kumt da bua aufd fiaß um z’griaßn
vurm auspockn zerst de jausn mit
gaukau kaffee und turtn in da kuchl
des kind hupft aufn sessl
dossma ongst und bong wiad
greiftsi quer übern kuchltisch
a schokotöatchen vum tölla
und schtopft sis in mund
ois wos net einepasst
foit aufn tisch oda sessl oda bodn
de serviettn liagt nua zum schpaß do
iwoga bemeakung
auf zrechtweisn foigta net
maßregln mi de ötan
do wiada oba in da schui
schwierichkeitn kriagn außadem
sitzi net gean in da pickatn möschpeis
da bua geht schokovaschmiat
vum tisch zruck zu seine schpüsochn
da gonze fuaßbodn voi
mit steckbauschtana und klane autos
nachdemi mein gaukau austrunkn hob
setzimi zum enkal aufn bodn
in weisa vuraussicht hob i
sogoa am festtag jeans on
und hölf eam beim zsammraman
donn oba stauni er hot si ausm
aufklopptn mit küchnroininnerei
obgschtütztn poppndeckldeckl
vun ana schuachschochtl
a schutzdoch fia de autos baut ausm
untateuil a rompn ausgschnittn ois
eifoat zua garasch fir de klanarn autos
a praktische afoche idee
schweast beeindruckt vun sovü
geistiga regsomkeit und tatkroft
bleibtma nix ondars übrich
ois dem frotzn oda eigentli dena ötern
de monglndn maniern nochzusehn
gessn homma zsamgramt a
und gnua bewundat
jetzt wiad auspockt damit da klane
wüdfong net unruig wiad

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Norbert Johannes Prenner
DA GLUANE LUMP

Norbert Johannes Prenner
DA GLUANE LUMP

Norbert Johannes Prenner

I bin ois junga Bui scha gwéin,
a echta gluana Lump.
Zigreddn g’racht, die Kotz seggiat,
Bier drunga scha, auf pump.
Die Pfoat héing va da Housn ausa,
d´Schuich valian die Souhln,
und gstod in d´Schui géihn, wia sís ghead,
auf d’ Wiesn umatoulln.
Wos is nit ois, säud oll déi Joa,
auf insra Wöd bossiad?
Sou hod déi Zäut, wea häd si ’ s dochd,
van gluan uan großn Lumpm gmocht.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Margit Heumann
DR EURO ROLLT

Margit Heumann
DR EURO ROLLT

Er ischt scho durch viel Händ ganga. Händ vo Gschäftslüt und Husfraua, Studeanta und Bura und Handwerker. Zletscht ischt er ama Landstricher us sim löchriga Hosasack gfalla und is Gräs grollt. A Kind heata gfunda. A Kind heat d’ Oga nöher am Boda. Und wenigr großspurige Gedanka im Kopf. Drum siacht’s, wenn ebbas am Weagrand glänzt.
»Bloß a Stückle Bleach! Obacht, du künnscht dir wehtoa«, rüaft da Papa, aber ’s Kind rennt glei druf zua, bückt si danoch und freut sie über sin Fund.
»Aso, an Euro«, set da Papa, »en muaß ebmer verlora ha.«
»Kann i ean bhalta?«, frogt ’s Kind. Es ischt scho so wit domeschtiziert, dass es da Unterschied zwüschat Mi und Di verinnerlicht heat, und des Kapitalismusgsetz – höher, witer, meh und wer am meischta heat, heat gewunna – würd eam bald amol bibrocht. Abr noch ischt so an Euro oafach schöa. Höfali kratzt’s da Dreack weag, blost da Stob furt und lota i dr Sunna ufblitza.
»Iatz hör uf und kumm endlich«, set da Papa. Dr Euro verschwindet i dr Kinderfuscht.
Dahoam kriagt er an Ehraplatz ufm Nachtkästle, würd jeda Tag poliert, gstreichlat und umazoagt. Bis d’Mama s’Kinderzimmer ufrumt. Sie steckt da Euro durch an Schlitz ina dunkle Böchs. Döt trifft er uf Kollega, Euro, Cent, Groscha, Schilling und soger a paar Rappa und Fränkli. Mit dr Zit sind immer meh dazuako, es ischt eng wora wia imana Sarg, dr Euro heat Angscht ka, dass er nia meh us deam Massagrab usakunnt.
Abr es ischt anders ko. Viel spöter heats uf oamol an furchtbara Schlag toa, Böchs ischt explodiert und d’Münza sind in alle Himmelsrichtiga usanandergspickt. Dr Euro ischt is Rolla ko, über a Kanta ahigstüarzt, witergrollt und im Schatta vomana Bom im Gräs legableba. Sither wartat er druf, dass ean a Kind findat und i dr Sunna ufblitza lot.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Doris Leeb
DEAF I MOI EINI SCHAU?

Doris Leeb
DEAF I MOI EINI SCHAU?

Deaf i moi eini schau?
Na, so griaweg!
Und so vü Hoa!
A so a liabs Biaschal.
Aso! A Diandl is!
Na, wia d’Mama.
Und? Is er eh brav?
Jojo feigets na a weng, d’Mama.
Soid scho aufsteh.
Haha!
Muats babbat is er, ha?
Der werd se scho nu zaum wochsn.
Na Hauptsoch, se san gsund, geee?

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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🎧 Eva Schreiber
DA BLADE BUA

Eva Schreiber
DA BLADE BUA

A Wochn nau Schui, die Zeignis san gschriem,
die Lehra gengan mit Kinda ins Bod.
Daun sitzns aufn Bangl und schaun, wos si duat.
Die Madln stengan bei da Dusch und
schaun umme zu d’ Buam.
De hupfm und springan und schrein wia bled,
ois obs ana mit an Messa ogstochn häd.
Do kummt da blade Bua,
und plötzlich is stü,
und daun schnappms eahm zu fünft
und zahn und zahn,
und da blade Bua losst sie foin.
Die Buam, de roin
eahm zum Wossa hin,
a Stessa no, und scho is er drin.
Do taucht er umme zu da Stiagn,
er kräut auffe und wischt si die Hoa aus da Stian.
Er nimmt an Auraund und springt
so hoch und so weit er nur kaun,
a richtig schene Oaschbombm mocht er daun.
Und jetzt is er da King,
wäu kana kaun so spritzn wia ea.
Supa Peda, heat ma jetzt die Madln schrein,
und die Buam, de hupfm und boschn ind Händ.
Die Lehra aum Bangl, de schaun si zfriedn au,
wia si maunchsmoi ois vo söba regln kau.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85

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Franziska Bauer
DA WÅSNSCHTOFFL

Franziska Bauer
DA WÅSNSCHTOFFL

Kennts es den Wåsnschtoffl ned?
A sötsaums Wesn, geht de Red,
woar hoiwat Mensch, hoib Wåssawesn.
Zwaa Fischa san im Schüüf draußt gwesn
und haum nan gfaungan mid an Netz.
Wiar der hot ausgschaut, woar ka Hetz!
Recht klaa, mit Schwimmheit zwischn d’Finga
(do muasst di fost zan Hinschaun zwinga),
gaunz vuller Schlaumm, de Nägl laung,
de Hoar vafülzt, dass an wird baung,
mit klaane Augn, da Mund gaunz blau,
schtöllt große weiße Zähnt zur Schau.
De Fischer haum no vuar da Nocht
des Mannderl schnöö zum Schloss hinbrocht,
ins Schloss, då, wo da Füarscht hot gwohnt.
Der hot de Fischer reich belohnt
und hot des Mannderl Stefan gnennt.
Von weither san de Leit hergrennt –
se haum den Schtoffel aunschaun woilln
und woitn eam Bewundrung zoilln.
Am Aunfang hot er Grås nur gfressen
und Fresch von Schlossteich mit Genuss.
S woar laung, bis er wos Kochts håt gessen
und gredt hat er eascht ganz am Schluss.
De Fiaschtntochter håt er megn,
de håt er no am liabstn gsegn,
weu de hot freindlich mit eahm gredt.
Wia dann des Joahr zu Ende geht,
då håt des Madl Hochzeit ghoitn.
De woit da Schtoffl mitgestoitn.
Er wollt a große Freid ihr måchn
und håt an Korb – ihr werds jetzt låchn –
zur Hochzeitståfl einatrågn:
Mit Fresch und Krotn und so Såchn!
De håt er auf de Tafel gschitt,
dass ålle Gäst im Sauseschritt
davongrennt san vor Schreck und Graus.
Da Schtoffl kennt si erscht net aus,
daunn schaumt er si und rennt zum Teich,
hupft eini und schwimmt zruck sogleich
übern Kanal zum Neusiedler See
durch Schüülf und Wåsen klingt sein Ade …
Und er woar derartig verlegn,
dass kaana eahm je wiedagsegn.


ANMERKUNG: Der Waasen ( ungarisch Hanság) ist ein ehemaliges Flachmoor im Südosten des Seewinkels, der über den Einserkanal entwässsert wird.

erschienen in der PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Franziska Bauer
DER KÜMMERLINGSCHTAA IN KLEINHÖFLEIN

Franziska Bauer
DER KÜMMERLINGSCHTAA IN KLEINHÖFLEIN

In de Weinberg von Klaahöflein, do gibts an Schtaa,
den Kümmerlingschtaa, so wia eahm d’Leit nennan.
Fåst maunnshoch is der Grenzschtaa, olles aundre ois klaa,
va dem geht de Red, er vaneigt si in da Fruah
vuam erschten, der fleißi zur Oarbeit tuat rennan.

A Weinbaua hot za sein Buam amoi gsågt:
»Schee warads, waunn i no des Wunda dalebert,
dass da Kümmerlingschtaa si vor deiner, waunns tågt,
ois easchtm vabeigt! Seppl, waunns des nua gebert.«

Da Seppl tat gern wissen, ob wås draun is aun der Mär
und geht mit ana Deckn zan Grenzschtaa auf d‘ Nåcht.
Durt legt er si nieda zan Schloffn und hofft,
dass, waunn wer daherkummt, er schnö gnua erwåcht,
dass ois earschta am Schtaa er voabeigaungan wär.
Boid nach Mitternåcht heart er daunn Schriat und a Låchn,
und a gaunz oiter Maunn mit Blauschurz und Buttn
geht ois earschter vorbei, do kaunn ma nix måchn!
Der Kümmerlingschtaa, siacht er aus seiner Suttn,
tuat si gaunz tiaf vaneign, sowås siacht ma net oft!
Jetzt mecht da Sepp wissen, wer der Oide denn woar?
Er siacht, wia der Oide jedn Weinstock berührt
und an Segnsspruch flüstert, und då wird eam kloar:
Des muaß wohl der uroite Leseähnl sein.
Wann der kummt, daunn gibts guate Erntn beim Wein!

Am nächstn Tag woarn daunn de Weinbeern schon zeitig
scheen gschmackig und siaß, gaunz groß und voi Såft,
der gwiss dem Wein nåcha Berühmtheit vaschåfft.
Deswegn måcht der Sepp die Verbeugung nicht schtreitig
dem Lesähnl, und vor dem ziagt er den Huat:
Da Kümmalingschtaa waas gaunz guat, wås er tuat!


ANMERKUNG:

Die Prosafassung dieses Märchens ist hier nachzulesen:

https://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/burgenland/petzoldt/kuemmerlingstein.html

© Clemens Mosch, via Wikimedia Commons

erschienen in der PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Hans Kumpfmüller: FRANZ STELZHAMER

Hans Kumpfmüller:
franz stelzhamer

da stelzhamer franz is a dichda quen. ea woa a kolleg von rumpfl ägidius aus oberfucking gemeinde samaskira do zschaddeng undd. ea woa a a kolleg vo da oberfellner zilli aus großweiffendorf zmettmoch drom. ea is owa a a kolleg von goethe quen dea owa de innviadla mundoadd goa ned amoi beheaschd hod.
da stelzhamer franz hod deologie schduddiad obwoi a e goa ned bfoara woan is. da stelzhamer franz hod xofn obwoi a goa ned amoi gnua gäid fiass dringa kobd hod. da stelzhamer franz hod kuad obwoi se des domois scho ned kead hod. an stelzhamer franz hods vo da lemsbo kaud & vo da keglbo homsn a aussekaud. da stelzhamer franz hod gschrim „dahoam is dahoam“ obwoi ea e nia dahoam quen is.
& drozdem miassn heid oille aufschde wonn des liad xunga wiad wos ea gschrim hod. da bfoara, da leara, da biagamoasda, da vizebiagamoasda, de eggonomieredde, de schauschneida, dbfoarakechen, da schuideana, dschuikina, da schdeiazola &
da londesheibdleng & sei schafea
an londesheibdleng sei schdoivadredda min schafea
an londesheibdleng sei frau & ia schafea
da beziaxheibdleng & sei schafea
da londesschuiinschbeggda & sei schafea
da beziaxschuiinschbegda & sei schafea.
wei ma heizdox wo ma schnäi foan & schwa dringa
mechd unbedingd an schafea brauchd.

aus: Hans Kumpfmüller: Goidhaum & Logahauskabbe. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 1997

Stephan Eibel: FÜR GERHARD JASCHKE

Stephan Eibel
FÜR GERHARD JASCHKE

das ganz große ereignis
nein nicht das!
das ganz ganz große ereignis
gerhard tot

am 8. soll er gstoren sein
dank ihm hab i verstandn
die niederflurstraßenbahnen
schließen vü z’schnell die türn

und selbstverständli wollt er lesen
an sein burtseltag – hab 
kan kalender – ober
7. april war gebongt

gerhard wara verschenka
hab i zu bettina vor jahrn gsagt
a schenka – großzügig und heiter
das einige als unterklassig verkanntn

tatjaschkeisch brachte er in die literatur
eine authentisch lässige lockerheit
die nicht in kategorien wie: „so was
is oba zu banal!“ zu erfassn is

ka noch so schwere aufgab
vermocht ihn in unfreiheit zwingen
er dozierte in der akademie der bildenden kunst
ostbahn kurti, günter brödl applaudierten mit den studenten

als dozent brillierte er imma auf den
stufen der ironie und absurdität
sogar beim briefe in kuverts steckn
in der gav lockerte er uns

und so auch sein schreibm
genial, neben nebensächlich
und niveau brechend einfach
und so lieb und warmherzig

 erst in den letzten jahren
lernt ich seine zornige seite
sein wollen ins gute, ins wohlwollende
ins gscheitere …

das bewunderte ich, die kraft
zur tat, wobei er diese gschicht hatte:
keinen körperlichen kampf
gewinnen zu können

 und ohne ingrid wär da gerhard
schon a a mensch gwesen
der si traut hätt, a genie zu sein
aber dank ingrid wald is er zu
einem geworden! gerhard for ever!

© Stephan Eibel , 2025

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