Andrea Kerstinger
ES ZIPFT MI AUN

Andrea Kerstinger
ES ZIPFT MI AUN

Es zipft mi aun,
dass i imma nua hoff,
dass i des und des no schoff,
dass i jo vü mehr mochn kennt,
oba der Olltog mi ollewal darennt.
Es zipft mi aun,
die Politik in unsern Lond,
wir wissen eh: Ane woscht die ondre Hond,
die Scheinheiligkeit geht ma am Seickl,
mehr ojs d’Inflation und der Strompreisdeckl.
Es zipft mi aun,
dass die Leit imma nua
sudern und motschkern in ana Tour,
dass ana üban ondarn so vü waß,
mi mocht des olles net haß.
Es zipft mi aun,
die Diskussion üba Manderl und Weiberl,
wer damit onfongt, hot bei mir ka Leiberl,
wer mit wem – is mir doch blunzn,
miaß ma uns deswegn des Lebn verhunzn?
Es zipft mi aun,
dass nix, so wie’s süjn tadat, rennt,
sodass i mi ollewal nur aufregn kennt,
oba i hob von der Aunzipferei scho gnua,
denn eigentlich wü i doch nua mei Rua!

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Barbara Lindberg
DAHUAM

Barbara Lindberg
DAHUAM

Bin scha vü umgroast af dera Wöht,
owa nix hot ma sou stoak gföht:
Wia d‘ Bliamal hintan Stoll and ’n Haus,
and d‘ Schwolwal, wos heit wieda fluign aus.
Wia des Gfühl, wos i hob in Bialing,
wann da Uhu van Wold ins Dorf oī kling.
Wia isa olds Haus and as Gloúcknleitn,
do bin i dahuam and spirs scha va weitn.
Nindascht schmeickt as Föhd so wia durt,
i blei a bissl do, i mog nau net furt.
As Haus meicht i frogn noch d‘ olltn Leit
wos drin dalebt hom va Kumma and Freid.
Da Opa hot dazöhlt va friacha, mir is, ols wann i iam siag,
wia er nau wor a junga Bursch and a vü van Kriag.
Wann i huam kim, bin i as kluani Kind
wos laft mit ’n Drochn im Wind.
‚ S locht and strohlt vull Freid and Glick,
va da Oma is dann kemman a söhliger Blick.
Sie hot net vü ghobt, owa mia nau mehr geīm,
hot ma olls glehnt, wos i brauch fiars Leīm.
Af d‘ Nocht hots fia mir gsungan and gholtn d‘ Händ,
and hot bet an krawotischn Vata Unsa zan End.
Ihr Dirndl bin i gwein and bin´’s nau imma,
sie is in mein Herzn, I vagiss sie nimma.
Ban Dorfrand außi and da Friedhouf is net weit –
zind a Keazn au fiar deī, wos scha san in da Ewigkeit.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Kathrin Rauscher
DIE HANTIGN GURKN

Kathrin Rauscher
DIE HANTIGN GURKN

Wannst as nau nid woaßt, guid,
daunn wirst as glei wissn:
Nid ümma sei Gurkn wos Herrlichs zan eissn.
Dou woan a poa’ Gurkn, deis woa eh mei Do‘,
so knackig, müd, softig, fost siaß woans zan G’schmo.
Ois Nochboarn im Gartl sei Kiawis umgleign,
rund, liacht und goa richtige Riesn seis gwein!
Die Gurkn – vull neidig, dei hom si beschwert,
warum sei nur »gria, dinn und laung sei«, hom’s great!
Da Herrgott hout zuigloust bei dea Plärrarei,
und owizischt, dass ollas blieb wia’s hiaz sei!
Dei Gurkn worn desweign gaunz zornig und grantig –
auf deis hinauf wurdn hold maunchi hibsch hantig.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Hedda Pflagner
IN WANDL

Hedda Pflagner
IN WANDL

Unlängst bin i in mein Goartn ganga
Und wuitat meine Oleander giassn
Mit an Regenwossa
Ausn Wandl
Wor owa nur gaunz weni drin
In mein Wandl
Und wia i so richti einischau
Siach i zwoa Augn
Ui Jessas, do sitzt jo a Krout drin
In mein Wandl
Hot di Haxn aun d‘ Waund gluahnt
Vo mein Wandl
Ois tatats ausliften wuiln
Ganz gmiatli sitzt’s do
In mein Wandl
Und glotzt mi aun
Aus ihre schenan Kuaaugn
Najo, kluaner sans hoit
Und Wimpern homs a kuane
Trotzdem schein
Und i denk ma
Wia kummt di do aussa
Aus mein Wandl
Und i schau im Internet noch
Na, hupfn kauns nit
Is jo kua Frosch
Aber stean wuit is a nit
Sou komoud wia di da sitzt in Wossa
In mein Wandl
Oiso hob is Wandl auf di Seitn draht
Und ma denkt
So kummst aussi
Ausn Wandl
Waunst wüst
Und hobs in Rua lossn
Und wia i noch ana Weil wieder einischau
Wor’s Wandl laa
Und di Krout wor fuat…

Dieser Text sowie auch der Text „DRAUSST VON WANDL“ erschien in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85 und kann dort kostenfrei nachgelesen werden.


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Birgit Königshofer
OLLI INSRI VIECHAL

Birgit Königshofer
OLLI INSRI VIECHAL

»Olli insri Viechal« ist eine neue Erweiterung
des Kinderliedes »Alle meine Entchen« im hianzischen Dialekt.
Mit Liab gmocht, za d’Freid ‚docht.
Zum lebhaften, amüsanten Vor- und Mitsingen.

Olli insri Lampl
saei hiaz insri Gäst,
kemma ollwai wieda,
jo, dais is a Faest.

Olli insri Viecha
fraissn gen as Gros,
tui ma saei daun fuidan,
ui, dao is wos los!

Olli insri Schwoiwan
fliagn ba d’Lucka ei,
fuidan iri Jungan
zwitschaüln olliwail.

Olli insri Hiahna
laeign ins boild a Oa,
kima daun uans aeissn,
oda a glei zwoa.

Olli insri Biebal
wusln umadum,
suicha glei di Oidi,
wenn i zuwi kumm.

Olli insri Kotzn
saei zan Fuidan dao,
kinna hom a Mülli,
schlegga n’Taeigl o.

Olli insri Schwaeindl
quietschn vulla Fraeid,
aeippa tuids glei rainga,
Gatsch is niama weit.

Olli insri Antn
watschln umanaund,
suicha si di Schnaeickn,
fraissn ollahaound.

Olli insri Haoufmais
springa geen im Hei,
Kotzn hom heit Ausfluu,
Fried is no dawail.

Olli insri vüln Fliagn
khean hoid a dazui,
ärgert si as Madl,
fluicht a nao da Bui.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85
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Braschel, Katherina

Katherina Braschel

wurde 1992 in Salzburg geboren und lebt und arbeitet als freie Schriftstellerin in Wien, wo sie auch Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert hat. Sie ist Redaktionsmitglied des Literaturmagazins &radieschen, in dem sie auch die Kolumne querstrich bespielt, Mitveranstalterin der Lesungsreihe AnnoLiteraturSonntag sowie Redaktionsmitglied des MORGENSCHTEAN. Außerdem gibt sie Schreibworkshops für Menschen in jedem Alter. 2023 war sie Teil der Exil-Literaturpreis-Jury.
Diverse Preise und Stipendien sowie Veröffentlichungen, zuletzt das Start- sowie ein Reisestipendium des BMKÖS und der Franz-und-Eugenie-Kain-Literaturpreis 2024.

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2024 verbrachte sie vier Monate als Writer in Residence der Max Kade Foundation an der Bowling Green State University Ohio, wo sie geschrieben und Kreatives Schreiben unterrichtet hat. 2020 erschien ihr Debüt es fehlt viel in der edition mosaik. Im Frühjahr 2026 erscheint ihr Romandebüt „Heim holen“ im Residenz Verlag. Darin widmet sie sich dem selektiven Erinnern und Verdrängen der Donauschwaben (auch sogenannte Volksdeutsche) nach dem Zweiten Weltkrieg, verbunden mit der Thematik der Demenz und weiblicher Pflege- und Fürsorgearbeit.  Literarische Vertretung: Agentur Gaeb & Eggers Berlin

zuletzt aktualisiert 2025

Simon Scharinger
AA A GSCHROPP

Simon Scharinger
AA A GSCHROPP

aa a gschropp
wiad iagendwonn eawochsn
aa a gschropp
wiad moi wos wean
und aa wonn i de gschroppn mog:
wos aus eana wiad, hob i ned so gean

bissguan, wappla, blitzgneißa
oaschgeign und schneebrunza
wadlbeißa, rauhnachtla
fertige, c-ochtziga
wasal, sogoa kiewara
trutschal oda ruamzuzla

aa a gschropp
hot hoit de ötan
aa a gschropp
konn se ned wean
und deshoib dua i nimma hoffn
dass aus gschroppn menschn wean

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Wolfgang Kühn
DES LEBM IS KA KINDAGEBUATSTOG

Wolfgang Kühn
DES LEBM IS KA KINDAGEBUATSTOG

(Ein Drama in drei Generationen)

des lebm is ka kindagebuatstog,
hot da opa immer gsogt
und aunan kriag denkt,
den a mit vü glick
und ana haund weniga üwalebt hot

des lebm is ka kindagebuatstog,
hot de oma immer gsogt
und aunan opa seine gschpusi denkt,
und aun de blaun fleckn,
wauns maunchmoi nochgfrogt hot

des lebm is ka kindagebuatstog,
hot da voda immer gsogt
und aun de vün augstödn denkt,
de a kündign hot miassn,
weu de firma in boch owe gaunga is

des lebm is ka kindagebuatstog,
hot de mama immer gsogt
und aun ihre depressionen denkt,
wegnan krebs, den’s üwalebt hot,
und üwahaupt

des lebm is ka kindagebuatstog,
hot da bua immer gsogt
und aun de vün schuidn denkt,
wegnan haus und wegn da kraxn,
de a bsoffn uman bam gwicklt hot

des lebm is ka kindagebuatstog,
hot es mensch immer gsogt
und aun ian hawara denkt,
deas noch da zweitn obtreibung
trotzdem sitzn hot lossn

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Abschied von Elfriede Haslehner

aus: Morgenschtean 10U/ 2006

ABSCHIED VON ELFRIEDE HASLEHNER

Mit einem Monat Verspätung haben wir die traurige Mitteilung erhalten, dass unser langjähriges, sehr geschätztes Mitglied Elfriede Haslehner am 19. Mai verstorben ist.
Die Autorin, die nicht nur Mitglied der Ö.D.A., sondern auch des Österreichischen Schriftstellerverbandes, des Literaturkreis PODIUM sowie der Grazer Autorinnen Autorenversammlung war, wurde 91 Jahre alt.
Elfriede Haslehner war Mutter von drei Kindern. Ab 1975 war sie in der autonomen Frauenbewegung tätig; sie war Redaktionsmitglied des feministischen Frauenmagazins „Auf“ (Aktion unabhängiger Frauen), 1980 war sie Mitbegründerin des Wiener Frauenverlags.
1985 beendete Haslehner ihr Studium der Philosophie und der Germanistik. Ihre Dissertation trägt den Titel „Der Ausschluss der Frauen aus der Kultur“.
Die freischaffende Autorin veröffentlichte vorwiegend Lyrik (darunter auch Dialektlyrik), aber auch Prosa, satirische Texte und Texte fürs Kabarett.

> Porträt mit weiteren Dialektgedichten auf der Seite des Literaturkreis Podium

Zum Hören:
Literadio mit Elfriede Haslehner (> auf CBA hören)
Die Autorin liest aus den Werken: Spiegelgalerie(1971), Auf Schiene (2006), domois und heid (2007)

Beteiligte:
Haslehner Elfriede (Autor/in)
Kohlgruber Gabriele (Redakteur/in)
Verlag Literaturedition Niederösterreich (Verlag)
Verlag Jugend und Volk (Verlag)
Verlag A-Uhudler (Verlag)

Autor/in: Haslehner Elfriede
Verlage: Verlag Jugend Und Volk,
Sendereihe: litnoe-Literatur aus Niederösterreich
Erstausstrahlung: 18.07.2013 19:32

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🎧 Maximilian Modl
JETZT

Maximilian Modl
JETZT

D’ tante sogt i soi stü sei jetzt
Da christoph vo da sterndalgruppn
Hot in kakao untan disch gschbiem

D’ lerarin sogt i soi aufpassn jetzt
Sonst griag i nix mit und an fünfa
Und ’s gym kaun i vagessn

D’ schwesta sogt si is ned gwen jetzt
Oda scho und auf jedenfoi hot’s d’schaki
Einitheatat, sie woit des leiwal goa ned

Da lera sogt i soi ned winkn jetzt
Ban applaus von bühnenspü
Des is peinlich und bled

Da bruada sogt nu nix jetzt
Owa der is eh bessa stü und üwahaupt
Der is von an aundan votta

Pfreind sogn se hom koa zeit jetzt
Weng da schui oda da freindin
Owa i hob’s gseng ban spar mit an heftl

Da pappa sogt nix jetzt
Weila augsoffn is und stua
Und gschdrittn hot mit da mama

Und d’ mama sogt a nix jetzt
De muas blean wegan streidn und weil’s
Da pappa droschn hot

Und i sog a nix jetzt
Wei des lebn des i ma mochn werd
Wird wichtiga sei wia des jetzt

Text vom Autor vorlesen lassen:

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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DialektSHOG #9 zum Nachhören

DialektSHOG #9 zum Nachhören

In der 9. Folge unserer Dialekt-Ausgabe von 7shoG geht es um Kinder. Zu hören gibt es nicht nur Dialekttexte von Erwachsenen über Kinder, sondern auch Texte von Jugendlichen über ihr Leben.

Link zum Archiv: https://cba.media/712908

Kuno Kosmos erklärt zwischen den Text und Musikbeiträgen ganz genau, woher die Gschroppn kommen und warum die Rotzpipn so wild und frech sind, und am Ende reisen wir noch nach Wien ins Café Anno zur Morgenschtean-Präsentation.

Mit Texten von Autor:innen aus dem aktuellen Morgenschtean–  Silke Gruber (mit Sohn David), Veronika Unger, Simon Scharinger, Fini Zirkovich-Tury, Amelie Metz Emilie Jagsch, Claudia Rosenwirth-Fendre, Eva Schreiber, Ingrid Maria Kern, Maximilan Modl, Elena Popp, Marlene Bauer und Dominik Leitner …

… sowie Liedern von Christoph & Lollo, Gesangskapelle Hermann, Alkbottle, Ludwig Hirsch und Rotzpipn.

Gestaltung & Moderation:
Margarita Puntigam-Kinstner, Kuno Kosmos

Link: https://cba.media/712908

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Nina Rosenbusch
WIA SOI DES GEH?

Nina Rosenbusch
WIA SOI DES GEH?

Ma soi so sei, wie ma is
Wia soi des geh?
Ma soi da Norm entsprechend sei!
Jo, owa wia soi des geh?
Immer nua hean und seng,
wias ned aufgschwantzt san.
Na, wia soi des geh?
De gonzen Sochan im Internet seng,
wia ma ned ausschaun soi,
de gaunzen Marknsochen auziang muas,
wei waumas ned immer glei auziang duat,
daun kaumas sies jo aunscheinend ned leisten und kead
ned dazua!
Des neiaste Eifon hom mesn,
wei wauma ka 16 Pro Max hod,
daun kead ma ned dazua
und wiad ogschdemped,
ois hättma wos vabrocha!
Na wia soi des geh?
I pfeif drauf.



erschienen in MORGENSCHTEAN U84–85
Nina Rosenbusch ist Schülerin der HLW Horn


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Karina Klinger
LEBN


Karina Klinger
LEBN

Wie soi mei Lebn ausschaun?
Wü i in Papa stoiz mocha und ois gebn fürd Schui,
oda wü i doch mei Lebn lebn und furtgeh?
Des is de Frog, de i ma oft stö.
Waun i mei Lebn anfoch leb,
wia schaut mei Zukunft aus
und is daun wer entteischt vo mia?
Geh i doch liaba ind Schui und tua ois fia mei Zukunft.
Ka Furtgeh mehr,
nur daham sitzn und lerna.
Lauta Ansa hambringa,
daun san Oma und Papa stoiz auf mi.
Oba wia soi i des ois mocha?
D‘ Mama is nimma do und i muas daham ois mocha.
Wäsch woschn,
zaumrama und ollas und daun a no lerna.
Wü i so mei Leben vabringa?
Und wird is irgendwaun bereun,
waun i mei Jugend ned glebt hob?

erschienen in MORGENSCHTEAN U84–85
Karina Klinger ist Schülerin der HLW Horn


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Isabella Pfaller
FOISCHE AUGN


Isabella Pfaller
FOISCHE AUGN

I hoss,
wia i mi söwa fertig moch.
Im Spiagl schau i mi o,
wia i ma gor ned gfoi.
I siach glei,
waun i a weng zuagnumma hob.
Warum hoss i mi?
Warum moch i des?
Warum schau i mi mit foischen Augn au?



erschienen in MORGENSCHTEAN U84–85
Isabella Pfaller ist Schülerin der HLW Horn


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Marlene Bauer
WOS SE WOIN


Marlene Bauer
WOS SE WOIN

Ansa, Zwara, a Dreia is a no guad,
jede Wochn Tests, Schularbeitn, Referate
und de Hausübung soi a no gmocht wean.
Imma mea, imma bessa, jo kann Fetzen schreim.
Mama Papa auf an stoitz mochn.
Matura und studiern,
dast a gscheide Hockn host.
Um an hoibn Punkt in Ansa ned darissn,
hoffentlich geht si no irgendwie de bessare Notn aus.
Im Zeignis stengan Ansa, Zwara, Dreia
und in Italienisch da Viera.
Mama, Papa, Oma und in Opa
oin es Zeignis zagn:
Najo, da Viera hätt ned sei miasn,
’s nächste Moi mea lerna,
wos hobn deine Freind fia a Zeignis?
Imma mea, imma bessa wean,
jo kann Fetzen schreim.
Um hoiba sechse ham:
Lerna, Hausübung mochn, duschen und daun endlich schlofn geh.
Um sechse wieda auf,
dass ma jo no in Bus dawischt
und ollas nomoi.



erschienen in MORGENSCHTEAN U84–85
Marlene Bauer ist Schülerin der HLW Horn


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🎧 Emilie Jagsch
FREIND BLEIBST


Emilie Jagsch
FREIND BLEIBST

Sitz ma do, zwa oide G’sichta,
schaun in d‘ Nocht, redn ned vü.
I denk zruck, wias fria woa,
wia ma glocht hom, laut und frei,
wia ma grennt san übers Föd
ohne Sorg, ohne G’schrei.
Waßt nu, wia ma beinand g’staundn san,
wauns eng woan is, wauns zwickt hot im Lem?
A Freind woast, wauns finsta woa,
waun kana mehr do woa, nua wia zwa.
Jetzt sitz ma do, ois is so weit,
du duat, i do, de Zeit, de gfread.
Ma rennt nur no, wei ma renna muaß,
weis so sei soi, weis so geht.
Doch im Herzn, do bleibt dei Stimm,
a kloans Wort, des i versteh.
A Freind bleibt, egal wia weit,
egal wia vü Zeit vergeht.
A Blick, a Wort, a kloane Gestn,
und i was, du vastehst.
Und wauns amoi duppa wird,
waun da Wind umd Heisa pfeift,
daun gspia i, dass d‘ irgendwo bist,
dass do wos is, des immer bleibt.

Text von der Autorin vorlesen lassen:


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🎧 Amelie Metz
SCHEEE

Amelie Metz
SCHEEE

Imma sche, imma fesch,
bist as ned, bist hoid bled.
An Gramm zfü, na des geht ned.
Groß und schlaunk is ok.
Fia mein Körper schauma, is normal,
wei i hob jo a ka ondare Woi.
Überoi perfekte Leid und mittendrin bin i dabei.
Oiso moch i weida wie imma
und sitz dahungad und alloa in meim Zimma.
Wieda stö i ma de Frog, warum bin i ned so wie du.

Text von der Autorin vorlesen lassen:



erschienen in MORGENSCHTEAN U84–85
Amelie Metz ist Schülerin der HLW Horn


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Christl Greller
MEIN MITTELBURGENLAND

Christl Greller
MEIN MITTELBURGENLAND

Am Sonntag
setzt der Neil den schwarzen Hut auf.
Erlaubt die Nahnl ihm
eine dünne lange Zigarre –
leise mißbilligend.

Am Sonntag
nimmt die Nahnl die schwarze Schürze um.
Die, die schön glänzt.

Am Sonntag
wollen die Enkel mit ihnen Computerspielen.
Aber der Neil
will immer gewinnen.

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Manfred Chobot
ZAN BSUACH EN ÜLMIZZ

Manfred Chobot
ZAN BSUACH EN ÜLMIZZ

déis is a schéins doaf
ols a bui bin i duat gwen mid meine öültan
offtn amul aussi mid ana freindin
fuan hauptplozz mocht de hauptschtross
an linkan winkl olso an rechtan nouch tenk
hianz tuats nouchad zur nekstn gmoa aussi fiarn
heind in da friia seind mia daun ooi
hiazzant hukkan mia in dea schtubn fo uan
buarn dea wos inta dar woucha en Wian hakklt
am wochnend kimmat ea si oilwaal
um sein wai ind de pflanzlan
a heind wiada ind mia seind
mid dea naanl alloan
dia muida tuat kropfa mocha
da bui muiss no in wosn maan
i fazööl eng a bleads gschichtl
deas wo mia net ausn schedl naussi geat
tui fei zuilousn – woast de sau hoit nuit geaum
oftn fuig neim aun wuig – hir nix möön weutn
dea laten guifn weat naha keufen – poin feut
doiktn oftn gaun schuikn weat kuifn den sau…
olsat saig i – mia haumb di nit gmui farschtaunda
nuisa sau hoit nuit geaum oftn fuig nim aun wuig
hir nix möön weutn dea laten guifn – naha
weatn kuifn zweng meina meissn mia schuibm s faadl…
mia woggln min schädl hini and heri buarn mhmmm
…nochad nuisa faddl follant zuit schui gwen
haun i gnedi aounghéibt en aompa zan laarn
…oftn säig i weul i haun gmui – si is gföüt
mhmmm i muiss gugizzn mhmmm
i piin gwéin am föld – wults an wai?
prooscht dass de gurgl net farooscht!
mei liabsti fo Minga draustn
hod offtn ols fuul obgegneisst

ÜBERSETZUNG INS HOCHDEUTSCHE


Zu Besuch in Illmitz
das ist ein schönes Dorf
als Bub bin ich mit meinen Eltern
dann hin mit einer Freundin
vor dem Hauptplatz macht die Hauptstraße
einen linken Winkel also einen rechten nach links
und führt dann zum nächsten Dorf
heute in der Früh sind wir dann hin(unter)
jetzt hocken wir in der Stube von einem
Bauern der unter der Woche in Wien arbeitet
am Wochenende kümmert er sich immer
um seinen Wein und die Pflanzen
auch heute wieder und wir sind
mit der Oma allein
die Mutter macht Krapfen
der Bub muss den Rasen mähen
ich erzähl euch eine blöde Geschichte
die mir nicht aus dem Kopf geht
hör nur zu woast de sau hoit nuit geaum
oftn fuig neim aun wuig – hir nix möön weutn
dea laten guifn weat naha keufen – poin feut
doiktn oftn gaun schuikn weat kuifn den sau…

also sage ich – wir haben dich nicht gut verstanden
nuisa sau hoit nuit geaum oftn fuig nim aun wuig
hir nix möön weutn dea laten guifn – naha
weatn kuifn
meintwegen müssen wir das Ferkel schieben
wir wackeln mit dem Kopf hin und brummen mhmmm
danach unser Ferkel follant zuit schui gwen
habe ich begonnen den Eimer schnell zu leeren
…dann sage ich weil ich habe genug – mir reicht es
mhmmm ich kriege Schluckauf mhmmm
ich bin am Feld gewesen – wollt ihr einen Wein?
Prost damit die Gurgel nicht verrostet!
meine Freundin aus München (draußen)
hat alles verstanden

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Zirkovich-Tury, Fini

Fini Zirkovich-Tury

Geboren am 26.10.1944 in Neuberg-Bergen im südlichen Burgenland.
Lebt seit mehr als 30 Jahren in Mattersburg.
3 Kinder, 3 Schwiegerkinder, 3 Enkelkinder.

Veröffentlichungen
*Erzählband Haut in der edition libica
*2 Märchenbücher im DerKönigVerlag:
Die goldenen Pferdeäpfel
Wintermärchen und Weihnachtsgeschichten

diverse Prosatexte in Anthologien:, Teilnahme an Literaturwettbewerben, 1. Preis beim BEWAG-Literaturwettbewerb 2010

zuletzt aktualisiert 2025

Literarische Beiträge von Fini Zirkovich-Tury finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U40-41 / 2014
U42-43 /2014
52-53/ 2017
U64-65/ 2020
U72-73/ 2022
U74–75/ 2022
U80-81/2024
U84-85/2025 (Beilage)

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Pucher, ChristiAna

ChristiAna Pucher

Jahrgang 1954 in Drosendorf,
lebt in Ötztal-Bahnhof.
Schreibt in Dialekt und in Schriftsprache.
Mitglied bei verschiedenen AutorInnen-Vereinigungen

Schreiben ist für sie:
– eine Begegnung und Kommunikation mit mir selbst;
– eine Wanderung zu kritischem Hinterfragen des Menschenbildes,
wobei mir der Wert des Weiblichen erst richtig bewusst wird;
– eine Lust, die Vielfalt der Wörter immer wieder neu zu verarbeiten.

Gewinnerin des Forum Land Literaturpreis 2019 in der Kategorie „Lyrik“.

Veröffentlichungen

– „Texttürme Nr. 7“, 2012, Turmbund
Jahrbuch für das neue Gedicht 2015 – Frankfurter Bibliothek
– Reifes Korn keimt aufs Neue, Kyrene, Hrsg. A. Regensburger 2017
– Was bleibt ist die Erinnerung, Coppenrath Verlag 2018
– „eppes riahrt sig“, Kyrene, Hrsg. A. Regensburger 2019
–Literatur aus Österreich – Spuren2018
– Literatur aus Österreich – Wind 2019
– Wunderwerk Text Gruppe 48 e.V. 2020
– Alles im Fluss , 42 Geschichten & Gedichte, Tiroler AutorInnen Kooperative 2021
– Die CORONA, 100 Geschichten & Gedichte über eine merkwürdige Zeit, Anthologie by Cognac & Biskotten, Hrsg. Thomas Schafferer; 2021
– WIEN STECKT EIN BISSERL IN JEDEM VON UNS; LisaMücke und Petra Krems-Ladenberger, wortweise;2022
– „DUM – Das Ultimative Magazin“
– „komplex“ – Kulturmagazin Innsbruck
– „Cognac & Biskotten“ Das Tiroler Literaturmagazin
– „etcetera“ – Literaturzeitschrift LitGes
– Wildleser Almanach
–Tiroler Sonntag
–Tiroler Heimatblätter
–Blickpunkt Imst
–Rundschau Imst

zuletzt aktualisiert 2024

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U40-41 / 2014
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U84-85/2025 (Beilage)

Jehle, Lea

Lea Jehle

geb.1956, Zams; schreibt Lyrik im Dialekt und in Standardsprache; seit 2010 Mitglied des Vereins WortRaum / Plattform für Oberländer AutorInnen; Veröffentlichungen in den österreichischen Literaturzeitschriften DUM, Morgenschtean, Cognac&Biskotten und Anthologien. „Reifes Korn keimt aufs Neue“, Psalmen neu interpretiert; ein Projekt der WortRaum AutorInnen, (2017, Kyrene Literaturverlag); „eppes riahrt sig“ – Dialektgedichte von Ost bis West, gemeinsam mit Christiana Pucher und Birgit Rietzler, (2019, Hg. Annemarie Regensburger, Kyrene Literaturverlag)

zuletzt aktualisiert 2024

Literarische Beiträge von Lea Jehle finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U40-41 / 2014
U42-43 /2014
52-53/ 2017
U64-65/ 2020
U72-73/ 2022
U74–75/ 2022
U80-81/2024
U84-85/2025 (Beilage)
U88–89/2026

Gerstmayr, Jasmin

Jasmin Gerstmayr

© Barbara Wenz

Geboren im Mostviertel, schreibt Lyrik in einem Dialekt, der meist als oberösterreichisch kategorisiert wird, und hin und wieder Kurzprosa. Veröffentlichungen in zahlreichen Literaturzeitschriften, u.a. Morgenschtean, mosaik (online), UND, reibeisen. Sonderpreis AT beim mundartHunderter 22 des unartproduktion-Verlages. Regelmäßige Bühnen-Performance von Dialektlyrik, u.a. bei Poetry Slam-Meisterschaften. Mitglied der IGfem, GAV und ÖDA. Homepage: www.jasmingerstmayr.at.

Literarische Beiträge von Jasmin Gerstmayr finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U64–65/ 2020
U55–67/ 2020
U72–73/ 2022
U74–75/ 2022
U78-79/ 2023 (Beilage)
U80-81/2024
U84-85/2025 (Beilage)

Hader, Josef Maria

Josef Maria Hader

wurde 1962 in Linz an der Donau/Oberösterreich geboren. Veröffentlichungen von Essays, Prosa und Gedichten in österreichischen, deutschen und Schweizer Zeitschriften, Anthologien und Kalendern sowie in bislang drei eigenen Publikationen.

Literarische Beiträge von Josef Maria Hader finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)

Graf, Anna-Lisa

Anna-Lisa Graf

Schülerin der HLW Horn

zuletzt aktualisiert 2025

Literarische Beiträge von Anna-Lisa Graf finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)





Meller, Christoph

Christoph Meller

Schüler der HLW Horn

zuletzt aktualisiert 2025

Literarische Beiträge von Christoph Meller finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)





Interview: DANIELA DANGL

DANIELA DANGL im Interview

Daniela Dangls Texte bewegen. Und sie leben von einem ur-österreichischen Sound. Dieser Tage ist ihr erster Erzählband »Lichte Schatten« in der Literaturedition Niederösterreich erschienen.
Für unsere Ausschreibung zum Thema »Gschroppn, Rotzpipn und Herzbinkerl« hat sie an der HLW Horn ein Dialektliteratur-Projekt gestartet.

Daniela Dangl
Foto © Bernhard Dangl

MORGENSCHTEAN: Deine Kurzgeschichten bestechen durch einen scharfen Blick, der ziemlich weh tun kann. Oft geht es um Kindheit, ums Aufwachsen, ums Den-Erwachsenen-Ausgeliefert-Sein. Woher nimmst du deine Ideen, und wie entstehen deine Texte?

DANIELA DANGL: Manchmal ist es ein kurzes Aufblitzen einer Erinnerung, manchmal eine Phrase, die sich plötzlich Zugang zu meinem Hirn verschafft, die sich aus einem Bereich in meinem Kopf herausgeschält hat und mich dann beschäftigt. Es sind Dialoge, die ich höre, oder Blicke, die ich irgendwann einmal gespürt habe und die ich wieder irgendwo sehe. Sehr oft geben mir die vierteljährlich festgesetzten Themen aus der Literaturzeitschrift DUM vor, in welche Richtung ich denken sollte, wenn ich einen Text schreiben und einreichen möchte. Ich brauche einen Ansporn bzw. ein Abgabedatum, sonst würde mich der (berufliche) Alltag dazu verleiten, mein Schreiben hintanzustellen.
Ich brauche aber freie Tage, um mich meinen Hirngespinsten widmen zu können, denn ich bin eine Langsamschreiberin, die acht, zehn Stunden am Stück schreibt – vor allem, wenn es passiert, dass ich in meiner Geschichte versinke

MORGENSCHTEAN: Liest man deinen unlängst erschienenen Band »Lichte Schatten«“, merkt man: Da sitzt jedes Wort, da ist jeder Dialog wohl überlegt. Vor allem aber fällt auf, dass hier kein Satz zu viel ist, auch dramaturgisch sind deine Kurgeschichten gut durchdacht. Überarbeitest du deine Texte oft?

DANIELA DANGL: Meine Geschichten sind alle gut abgehangen 🙂
Ich schreibe und dann streiche ich, fange die Geschichte wieder ein, wenn sie mir zu entgleiten droht, weil sie in eine Richtung gegangen ist, die ich nicht konzipiert habe – die aber oft besser ist -, gebe die Rohfassung meinem Mann, der ein gutes Gespür für Textstellen hat, über die ich gestolpert bin. Sehr oft bekommt auch meine Mentorin die Geschichte zu lesen und kommentiert sie. Wenn ich nach dem x-ten Überarbeiten die Geschichte nicht mehr lesen mag, bin ich fertig mit ihr.
Vieles, was ich schreibe, wirkt vielleicht lapidar, dahinter steckt jedoch eine bewusst gewählte Reduktion. Ich möchte mit Leerstellen arbeiten, die die Rezipientinnen und Rezipienten meiner Texte mit ihren eigenen Erfahrungen füllen sollen. Das finde ich spannend. So entstehen unzählige Geschichten, auf die ich keinen Einfluss mehr habe, und nicht nur meine.

MORGENSCHTEAN: Du bist im Waldviertel aufgewachsen, du lebst auch heute wieder dort, hast aber auch eine Zeitlang in Wien gelebt. Hat sich diese Pendelbewegung auf dein Schreiben ausgewirkt? Und hattest du diesen speziellen Ton, der ja ein sehr österreichischer ist, auch schon in deinen frühen Texten?

DANIELA DANGL: Einen eigenen Ton hatte ich bald gefunden, die Verankerung im Waldviertel ist erst in den letzten drei Jahren »passiert«, weil ich einen roten Faden für meinen Erzählband gesucht und ihn über die Sprache erschlossen habe.
Die Jahre in der Großstadt gehören wie meine Kindheit am Land zu meinem Leben, haben mich geprägt, verändert – wie alle Abschnitte, Erfahrungen, Erlebnisse jemanden zu einem Menschen mit einer Geschichte machen. Ich schätze die Möglichkeiten einer Großstadt, manchmal auch die Anonymität, Heimat ist mir die Stadt nicht geworden – ich brauche den Wald, um denken zu können.

MORGENSCHTEAN: Du schreibst auch im Dialekt, seien es Kurzgeschichten oder Gedichte. Manchmal überträgst du deine Texte sogar vom Hochdeutschen in den Dialekt. Wann entscheidest du dich für welchen Ton? Und wie gehst du bei diesen »Übersetzungen« vor?

DANIELA DANGL: Ich spreche zuhause Dialekt, ich denke komplizierte Gedanken in Hochsprache. Geschichten schreiben sich wie selbstverständlich in Hochsprache, möglicherweise, weil 98 % der Texte, die ich lese, auch in Standardsprache verfasst sind. Ganz tiefe Emotionen kommen aber bei mir im Dialekt daher – deshalb sind die Dialoge in meinem Erzählband auch im Dialekt. Sie sind authentisch, rudimentär, ohne künstlich geschaffene Fassade. Aussagen können sich in meinen Dialogen nicht mehr hinter einer Form verstecken. Es sind kurze, harte Sätze. Ich bin zwischen Menschen aufgewachsen, die nicht viel reden. Dem Schweigen Worte zu geben, habe ich mir in meinen Texten zur Aufgabe gemacht.

MORGENSCHTEAN: Für die aktuelle Ausgabe hast du dich nicht nur selbst mit einem Gedicht – beworben, sondern auch deine Schüler:innen ermutigt, Texte im Dialekt einzusenden. In der Redaktion waren wir von der Qualität dieser Einreichungen überrascht, auch von der nahezu perfekten Niederschrift des Dialekts. Hattet ihr dazu ein Projekt im Unterricht?

DANIELA DANGL: Ich habe mit meinen Schülerinnen und Schülern ein bisschen Sprachgeschichte gemacht, wir haben uns Texte aus dem Althochdeutschen und dem Mittelhochdeutschen angeschaut, haben Wörter und Lautverschiebungen mit anderen Sprachen verglichen und versucht herauszufinden, welche Dialektwörter Omas und Opas noch verwenden, die nicht mehr im Sprachgebrauch der Jungen vorkommen. Wir haben uns mit Lyrik auseinandergesetzt, Reimschemata und Versfüße besprochen und versucht, herauszufinden, wie wir einen Text so verknappen können, dass nur noch die Essenz übrigbleibt. Zusätzlich arbeiteten wir mit rhetorischen Figuren.
Hilfreich war vor allem die Beschäftigung mit modernen lyrischen Texten, die wir uns online angehört haben. Die Ausgabe des Dialekt-ShoG »Aber bitte mit Fahne!« (www.oeda.at/radio) war hier unser Lern-/Hörmaterial.
Danach bekamen meine Schülerinnen und Schüler Zeit, über sich selbst nachzudenken und das aufzuschreiben, was sie aktuell bewegt. Sie durften sich die Texte gegenseitig vorlesen oder der gesamten Klasse. Wer seinen Text lieber privat halten wollte, musste ihn nicht vortragen.
Ich war überrascht, wie klar manche ihre Emotionen in Worte fassen konnten – und wie viel Vertrauen sie uns schenkten, ihre Gefühle zu teilen. Wer wollte, schickte mir seinen Text, den ich ein bisschen lektorierte (einheitliche Niederschrift), um ihn an den Morgenschtean weiterzuleiten. Dass wir die Jury überzeugen konnten, hat uns wahnsinnig gefreut!

Hinweis:
Daniela Dangl und Schüler:innen der HLW Horn lesen am 22.5. bei der Präsentation der neuen Ausgabe – um 19.00 im Café Anno in Wien

Die Texte der Schüler:innen können im Morgenschtean gelesen werden – sowohl in der Printausgabe als auch der Beilage. Ein paar Texte davon sind auch schon auf unserem Blog.

Veröffentlicht am 26.4.2025
Die Fragen hat Margarita Puntigam-Kinstner gestellt


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Manfred Chobot
INSA BRUNN

Manfred Chobot
INSA BRUNN

i schtee aun deara bidn fo insan brunn
glei nebm da kiara fo da gmeinti
ind i loss es wossa en mein grui rinna
offtn schteat a maun néibm mia – 
daumits du di ausdakenna tuast
deas wossa fon insriga kwölln
is eiskolt gaunz füül gsund
fia insrige niandln de waumpn
de bloudan olsa tuas fei füül tschechan
insrige gmoa is hundart-siab-zian meta 
iban meea oba des wossa fo insara kwölln
kimmt aus hundart-fiiri-dochzg meta
des hoast dass mia insa wossa 
ausn meea aussi huln tan
olsa tuats a wengale solzich schmekka 
owa gee des haun i nit gwisst

ÜBERSETZUNG INS HOCHDEUTSCHE


UNSER BRUNNEN
ich stehe an der Pipe von unserem Brunnen
gleich neben der Kirche der Gemeinde
und lasse das Wasser in meinen Krug rinnen
dann steht ein Mann neben mir –
damit du dich auskennst
das Wasser von unserer Quelle
ist eiskalt sehr sehr gesund
für unsere Nieren den Bauch
die Blase also trink es nur viel
unsere Gemeinde liegt hundertsiebzehn Meter
über dem Meer aber das Wasser unserer Quelle
kommt aus hundertvierundachtzig Metern
das heißt dass wir unser Wasser
aus dem Meer herausholen
also schmeckt es ein wenig salzig
aber geh das habe ich nicht gewusst

erschienen in unserer PDF-Beilage zur Nummer U84–85


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Schlager-Weidinger, Thomas

Thomas Schlager-Weidinger

*1966 in Gmunden/OÖ. Gedankenwender, Worthauer und Mundwerker. 
Von 2012 – 2024 sind 8 theopoetische Lyrikbände im echter-Verlag/Würzburg und 2 Lyrikbände sowie ein Bilderbuch im Verlag am Rande/Sipbachzell erschienen.
Im Wagner-Verlag Linz und im Studienverlag Innsbruck wurden seine 5 historischen Sachbücher publiziert.
Er ist Mitglied beim PEN-Club Austria, bei der IG AutorInnen Österreich und beim Linzer AutorInnenkreis.
Finalteilnahmen und Nominierungspreise bei Literaturwettbewerben:> Deutscher Polly-Preis für politische Lyrik (Berlin 2017)> Lyrikpreis der Gruppe 48 (Rösrath/Köln 2021)
Einige seiner Gedichte wurden in nationalen und internationalen Hörfunksendungen und Anthologien wiedergegeben. 
Im Brotberuf ist der promovierte Theologe und Historiker Hochschulprofessor in Linz. 

https://tomschlawei.jimdo.com 

zuletzt aktualisiert 2024

Literarische Beiträge von Thomas Schlager-Weidinger finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)

Thoma, Judith

Judith Thoma

Judith Thoma, geboren 1947 in St.Veit/Gölsen und lebt da. Seit Anfang der Achtzigerjahre literarisch tätig. Vier Bücher, Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturzeitschriften.Lesungen.
Im Ruhestand.
Silbernes Ehrenzeichen der Marktgemeinde St.Veit, Literaturpreis für Lyrik 2014 -Forum Land- und auch 2018 in A. Komareks Buch „Alt aber Polt“ mit Preisgedicht vertreten. Auch bei Filmarbeiten dabeigewesen, auf  CD „ Hörbuchvorstellung“ – 15 Jahre Literatur „Forum Land“
ORF: Lesung eines Textes in „Aufgespürt“
Regelmäßige Veröffentlichungen von Kurztexten in Zeitungen.

zuletzt aktualisiert im März 2025 

Literarische Beiträge von Judith Thoma finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
6/ 1991
8/ 1991
10/ 1992
12/ 1992
16/ 1993
21–22/ 1995
46–47/ 2015
U84-85/2025 (Beilage)

Wieland, Harald

Harald Wieland

geboren am: 23.3.1959 in Saalfelden am Steinernen Meer
Schreibt seit 2021.

Publikationen:
– „In Mundårt und nach der Schreibe“, Eigenverlag, 2023
– Sommergedicht, Servus Magazin, 2023

diverse Auftritte: seit 2020  

Literarische Beiträge von Harald Wieland finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)
U86–86/2025
U88–89/2026

Rauscher, Kathrin

Kathrin Rauscher

Aus dem südlich-burgenländischen Mariasdorf. Die PR-Beraterin und Lehrer-Quereinsteigerin lebt mit ihrer Familie in der Gemeinde Bad Tatzmannsdorf. Nach ihrer langjährigen beruflichen Tätigkeit in Wien ist sie als leidenschaftliche Mama zweier Söhne ins Burgenland zurückgekehrt, führt Kommunikationsprojekte durch und schreibt Geschichten.

(zuletzt aktualisiert im März 2025)

Literarische Beiträge von Kathrin Rauscher finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)

Pflagner, Hedda

Hedda Pflagner

Aufgewachsen im Burgenland, dem östlichsten Bundesland von Österreich.
Schule und Beruf führten sie nach Wien, wo sie über 40 Jahre lebte.
Berufsausbildung zur Sozialarbeiterin und Psychotherapeutin. War viele Jahre in der Erziehungsberatung tätig. Geschichten, die das Leben schrieb, waren damals ihr tägliches Brot und wurden später zum unerschöpflichen Fundus für ihre Geschichten.
Nach der Pensionierung widmete sie sich ganz ihren Hobbys, der Fotografie und dem Schreiben. Sie leitete auch zwölf Jahre lang einen Fotoklub.
Ihre Naturverbundenheit und der besondere Blick auf die menschliche Psyche spiegeln sich in ihren Geschichten und Fotografien wider.

(zuletzt aktualisiert im März 2025)

Literarische Beiträge von Hedda Pflagner finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)

Prenner, Norbert Johannes

Norbert Johannes Prenner

* 1954
Studium der Germanistik, der Geschichte und der Musikpädagogik
als Musikpädagoge sowie als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache tätig

Publikationen

Spuren der Erinnerung, 2004, ISBN 3-902324-81-3.
Eine Phänomenologie. (Selbstständige Publikation) (Österreichische Nationalbibliothek, Uni-Hauptbibliothek und Fachbibliothek f. Geschichte, Wien) Novum.
„Versuch über ein Libretto“. Eine Zeitsatire. In: PostPoetry II, Literature Magazine, London, Autumn 2011, S. 49 – 53.
“Die Vernissage”, Erzählung. In: reibeisen. Das Kulturmagazin aus Kapfenberg, Nr. 29, Jg. 2012, S.119 – 122.
„Hymne auf einen bemerkenswerten Vogel“. Ein Nachruf über die Bedeutung und die Rolle des Schwans in der Kunst und Literatur, ein literarisches Sitten-bild dieses graziösen Tieres in melodisch freien Rhythmen. In: Der Drei-schneuß, Zeitschrift für Literatur, Marien-Blatt Verlag Lübeck, BRD, Nr. 25, Seite 36 -39 August 2013.
„Vogelzug“. In: Ein Hauch von Süden“, Anthologie, Elbverlag Magdeburg, BRD, ISBN: 978-3-941127-20-3, Seite 141 -142, August 2013.

zuletzt aktualisiert im Mai 2025

Literarische Beiträge von Norbert Johannes Prenner finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)

Menne, Brigitte

Brigitte Menne

Foto: Brigitte Menne, 2020 | © Laura Tomicek

* 1946 in Schwarzach (Salzburg). Diplomiert in künstlerischer Metallbearbeitung und Soziologie. – Als Pionierin der basisorientierten regionalen Kulturarbeit hat B. M. Projekte realisiert und begleitet, z.B. von 1984 bis 1993 den „Saurüssel – Mühlviertler Landbote“ und den „Frauentreff Rohrbach“. Berufstätigkeit in der Straffälligenhilfe bei NEUSTART. – Ausstellungen und Veröffentlichungen. – Jahrelang ehrenamtliche Mitarbeit beim autonomen Frauenzentrum Linz. – Seit 1994 Mitglied bei IG-AutorInnen und bei ÖDA. Lebt und arbeitet seit 2010 in einem Frauenwohnprojekt in Wien.

letzte Buchveröffentlichung: „Die Kentaurin von Kagran. Zorn- und Liebesentwürfe.“ fabrik transit Wien 2020. 190 Seiten. ISBN 9783903267145.

zuletzt aktualisiert im März 2021

Literarische Beiträge von Brigitte Menne finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U4/2004
U9/2005
U12/2006
U46-47/2015
U48-49/2016
U50-51/2012
U52-53/2012
U78-79/2023
U84-85/2025 (Beilage)

Lindberg, Barbara

Barbara Lindberg

geb. 1987 in Wien, lebt in Wien und im Südburgenland (Deutsch Bieling), verheiratet, eine Tochter, Volksschullehrerin, Montessori-Pädagogin, unterrichtete in Schweden, Guatemala und Wien.

Studium (Germanistik und Lehramt für Volksschulen) in Wien, Schweden und England.

zuletzt aktualisiert im März 2025

Literarische Beiträge von Barbara Lindberg finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)

Königshofer, Birgit

Birgit Königshofer

[keine Kurzbiografie bei Ö.D.A. vorhanden]

Literarische Beiträge von Birgit Königshofer finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)

Kern, Ingrid Maria

INGRID MARIA KERN

geboren am 22.11.1950 in Eisenstadt, lebt in Mattersburg
formt mit Farben Bilder und mit Worten Gedichte und Geschichten
bevorzugte Technik Bilder: Feueremail und Tusche
Zahlreiche Ausstellungen
Gedichtband „Stimmungsbilder“
Kurzgeschichten „Wort & Bild“
Lesungen in Galerien im Rahmen der Tage der offenen Künstlerateliers (z.B. Heinz Bruckschweiger, Lorenz Hartl, Galerie Prünner..)

zuletzt aktualisiert 2025

Literarische Beiträge von Ingrid Maria Kern finden Sie in den Morgenschtean-Ausgaben:
U84-85/2025 (Beilage)





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